Mehr Gesundheit? Welt muss sich dafür ändern
Für eine gesündere Menschheit muss sich die Welt ändern. Das System der Förderung der ärmsten Staaten sowie der Schwellenländer kommt dabei genauso in Reformzwang wie die Finanzierung von Hilfsprojekten.

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Dies erklärten aus Anlass eines Symposiums mit dem Titel "Globale Gesundheit im Wandel" Fachleute bei einem Hintergrundgespräch in der Wiener Ärztekammer.
Ärzte-Standesvertretung, das Aktionsbündnis gegen Aids, World Vision Österreich und die Initiative Public Health luden zu der Veranstaltung. Ilona Kickbusch, Direktorin des Global Health Programms am Graduate Institute of International and Development Studies in Genf: "Momentan sind wir in einer absolut historischen Phase für globale Gesundheit. (...) Es gibt inzwischen zu viele Akteure. Es gibt zu viel Wettbewerb (unter Hilfsorganisationen, Anm.) bei inzwischen weniger Geld. Internationale Organisationen, wie zum Beispiel der Global Fund (zur Bekämpfung von Aids, Malaria und Tuberkulose, Anm.) gewährleisten das Leben von Einzelnen. Wenn hier Geld nicht hereinkommt, sterben direkt die Leute." Hier sei es höchst an der Zeit, die Finanzierung durch internationale und bindende Verträge langfristig zu garantieren. Ilona Kickbusch: "Hier bekommt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine neue Bedeutung, indem sie Abkommen schaffen kann."
An sich ist die Welt in Sachen Gesundheit im vergangenen Jahrzehnt enorm weiter gekommen. Ein großer Teil dieses Fortschritts hier über internationale Hilfsprojekte. Christoph Benn, Außenbeauftragter des Global Fund: "In den letzten zehn Jahren hat sich etwas Dramatisches ereignet. Da hat die Aids-Bewegung eine ganz besondere Rolle gespielt. Betroffene haben es geschafft, ihr Schicksal auf die Agenda zu bringen." In der Folge hätten sich die Hilfsgelder für Gesundheit in den ärmeren Staaten von fünf Milliarden US-Dollar (3,66 Mrd. Euro) im Jahr 1990 auf 21 Milliarden US-Dollar (15,4 Mrd. Euro) im Jahr 2007 erhöht. Der Global Fund hat seit dem Jahr 2002 rund 30 Milliarden Dollar (22,0 Mrd. Euro) eingeworben, das Jahresbudget beträgt zwischen drei und vier Milliarden Dollar (2,20 bis 2,93 Mrd. Euro).
Die faktischen Erfolge, so Benn: "In vielen Staaten Afrikas ist die Sterblichkeit an Malaria um 50 Prozent zurück gegangen. (...) Bei Aids sehen wir auch Erfolge. Hier geht die Zahl der Neuinfektionen und der Sterbefälle zurück." Die Crux dabei, so der Experte: "Wir unterstützen derzeit die Behandlung von drei Millionen Menschen mit antiretroviralen Medikamenten (gegen HIV, Anm.). Wenn da das Geld nicht kommt, beginnen die Menschen binnen einiger Monate zu sterben."

















