Der Mythos vom gesunden Mann
Männer sind öfter krank und sterben früher: Die Analyse der Ärzte - und was Männer brauchen, um länger und besser zu leben.

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Indianer weinen nicht und kennen keinen Schmerz: Mit diesem Spruch sind Millionen von Männern aufgewachsen und noch immer spuken diese Worte in ihren Köpfen herum. Nur bei kleinen Wehwehchen werden Zugeständnisse gemacht - der Therapeut Selbstmitleid darf dann ran an den Mann. Wenn's wirklich ernst wird, schalten Männer jedoch wieder in den Indianermodus. Und schweigen.
Auch die vorhandenen Krankheitsstatistiken stellen den Männern kein gutes Zeugnis aus. Sie besuchen seltener Ärzte, sie sind öfter krank, und sie sterben früher und häufiger an Herz-Kreislauferkrankungen als Frauen.
Also an einer Krankheit, gegen die ein gesünderer Lebensstil und Vorsorgeuntersuchungen helfen würden. Es ist absurd: Männer wissen immer mehr darüber, was ihnen gut tun würde, aber sie setzen es einfach nicht um. Der Arzt Siegfried Meryn beschrieb das so: "Die Gesundheit gehört für Frauen zum von Grund auf gelernten Verhalten." Und der Psychiater und Psychologe Michael Lehofer vermutet: "Ein möglicher Grund könnte sein, dass die Frauen emotionaler sind und daher mehr Nähe zu inneren Botschaften haben."
Männer zum Reden bringen
Wie bringt man jetzt Männer zum Reden - und vor allem zur Gesundheitsvorsorge und einem gesünderen Leben? In einem Punkt sind sich die Experten einig: Männer brauchen strukturierte Pläne (Infos siehe unten).
Dass Männer bereit sind, sich mit ihrem Körper zu beschäftigen, zeigt eine Umfrage der Fachhochschule Campus 02, die die Schwarzl-Tagesklinik in Auftrag gegeben hat. Diese Umfrage beschreibt aber auch, wie ambivalent die Männer mit dem Thema umgehen (siehe Grafik links).
Für Hans Umschaden, Facharzt für Plastisch-Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie und Leiter der Tagesklinik, hat aber ein Umdenken begonnen, er geht generell von einem wachsenden Gesundheitsbewusstsein aus. Auch in Sachen "schöner Mann": "Unabhängig vom Alter! Bei Fettabsaugungen zum Beispiel kommen am häufigsten Männer um 25, um ihre Fettbackerl wegmachen zu lassen, die sie durch kein Training reduzieren können." Eine Lidkorrektur (ab 2450 Euro) oder Botox-Einsatz gegen übermäßiges Schwitzen, das gehört längst zum Alltag.
Die vom Boulevard mit Schlagzeilen bedachten Penisvergrößerungen, von denen viele Männer träumen sollen, kosten Umschaden nur ein Lächeln. "Die sind kein Renner."
Männer von 30-40
Die ersten Leiden bleiben als Dauergast im Leben zurück: Männer dieser Altersgruppe leiden vermehrt an Rückenproblemen, der Körper setzt mehr Fett an, auch das Herz kann erste Schwächen zeigen. Ab jetzt gelten keine Ausreden mehr, sondern: Regelmäßige Checks (Vorsorgeuntersuchungen, Fachärzte) sind Pflicht; Aktiv muss man mit Herz-Kreislauftraining beginnen - und mit gezieltem Muskelaufbauprogramm für den ganzen Körper.
Männer von 40-50
Der Körper sendet jetzt erste deutliche Alarmzeichen, wenn man die Gesundheit vernachlässigt hat. Das Thema Übergewicht betrifft ab 45 die Mehrheit der Männer, Herz-Kreislauferkrankungen sind die Folge. Die Energie, die man zur Verfügung hat, lässt auch nach. Jetzt helfen: gezielte Sportprogramme (nach ärztlicher Absprache) sowie eine Ernährungsumstellung. Spezifische Untersuchungen (vom Auge bis zur Prostata) sind notwendig.
Männer von 50-60
Über 50 steigen die Krebsfälle stark an. Das Herzinfarkt- bzw. Schlaganfallrisiko wird auch immer größer. Und: Die Manneskraft lässt nach, oft ein Indiz dafür, dass mit dem Herz-Kreislaufsystem etwas nicht in Ordnung ist. Wer's jetzt noch immer nicht verstanden hat: Das Leben braucht definitiv eine Umstellung - mehr Ruhe, mehr Qualität, mehr Zeit für Bewegung. Und Männer brauchen in diesem Alter einen Arzt ihres Vertrauens, der sie coacht.

















