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Zuletzt aktualisiert: 28.07.2009 um 11:31 UhrKommentare

Krebserregende Stoffe im Mineralwasser

Ein "Konsument"-Test ergab schockierende Ergebnisse: Krebserregende Stoffe im Sommergetränk Nummer eins, dem Mineralwasser, sind nicht selten.

Foto © APA

Bei der Herstellung von PET-Flaschen bzw. bei ihrer Lagerung kann als Abbauprodukt Acetaldehyd entstehen und in den Flascheninhalt übergehen. Wie ein Test der Verbraucherzeitschrift "Konsument" ergab, ist der Stoff besonders in kohlensäurehältigen Getränken zu finden. Dabei schnitt das teuerste Mineralwasser am schlechtesten ab.

Aus Kunststoffen dürfen entsprechend den in der EU geltenden Vorschriften maximal sechs Milligramm Acetaldehyd auf ein Kilo Lebensmittel übergehen. Bis zu diesem Wert werden gesundheitliche Beeinträchtigungen ausgeschlossen, heißt es vonseiten des deutsche Bundesinstituts für Risikobewertung. Andererseits wurde Acetaldehyd von der EU auf die Liste der Substanzen mit Verdacht auf krebserregende Wirkung gesetzt. Der Stoff riecht und schmeckt fruchtig-aromatisch. In stillem Wasser ist es bereits in sehr geringen Mengen wahrnehmbar, in kohlensäurehältigem Mineral nicht.

Stille Mineralwässer unbedenklich

"Konsument" wollte wissen, ob und wenn ja wie viel Acetaldehyd in natürlichem Mineralwasser steckt. Dafür wurden 35 Produkte mit und 17 ohne Kohlensäure in PET- sowie Glasflaschen eingekauft und im Labor untersucht. Bei den stillen Mineralwässern gab es keinen Grund zur Beanstandung. Ihr Acetaldehydgehalt lag bei allen Proben unter der Bestimmungsgrenze von fünf Mikrogramm pro Liter, bei PET- genauso wie bei Glasflaschen.

Anders waren die Untersuchungsergebnisse bei prickelndem Mineralwasser: Hier lagen zwar ebenfalls alle Proben aus Glasflaschen unter der Bestimmungsgrenze, doch bei 21 von insgesamt 25 in PET-Flaschen abgefüllten Mineralwässern wurden die Tester fündig. Im San Pellegrino (Italien), dem teuersten Mineralwasser dieser Produktgruppe, fanden sie 33 Mikrogramm Acetaldehyd pro Liter. Guizza (Italien) enthielt das meiste Acetaldehyd (58 Mikrogramm pro Liter). Hoch war der Acetaldehydgehalt auch beim heimischen Gasteiner (44 Mikrogramm pro Liter) und Güssinger (48 Mikrogramm pro Liter).

In Saskia Quelle (Deutschland), Juvina (Österreich), Radenska (Slowenien) und Rogaska (ebenfalls Slowenien) aus der PET-Flasche war dagegen ebenso wie in prickelndem Mineralwasser aus Glasflaschen kein Acetaldehyd nachweisbar.

"Konsument" testete auch den Geschmack der Produkte. Für die Laienverkoster war das in kohlensäurehaltigem Mineralwasser enthaltene Acetaldehyd in den gemessenen Konzentrationen sensorisch nicht wahrnehmbar. Sie konnten bei keiner Probe den typisch süßlich-fruchtigen Geschmack bzw. Geruch feststellen.

Ein vermeidbares Problem

Acetaldehyd in Mineralwasser ließe sich übrigens vermeiden, so "Konsument". Denn PET-Flaschen können mit einem speziellen Blocker erzeugt werden, der das Acetaldehyd im PET bindet. Kunststoff-Flaschen, die innen mit einer dünnen Glasschicht ausgekleidet sind und daher keine Stoffe an den Flascheninhalt abgeben können, befinden sich noch im Entwicklungsstadium.


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