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Zuletzt aktualisiert: 11.03.2009 um 14:47 UhrKommentare

Online-Tagebuch hilft Allergikern bei Diagnose

Ein neues Pollen-Tagebuch soll bei der Diagnose helfen und die Therapie verbessern.

Die Heuschnupfensaison kommt...

Foto © APADie Heuschnupfensaison kommt...

Des einen Freud, des anderen Leid. Bald ist Frühlingsbeginn und damit fällt auch der Startschuss für die heurige Pollensaison. Der Österreichische Pollenwarndienst hat für die Betroffenen ein neues Hilfsmittel entwickelt: ein Pollen-Tagebuch. Dieses ist in mehreren Sprachen im Internet kostenlos abrufbar. Dabei werden die individuellen Beschwerden des Allergikers mit dem regionalen Pollenaufkommen in Verbindung gebracht, egal wo in Europa er sich aufhält. Er außerdem kann sofort abklären, ob es sich bei seinen Beschwerden um eine Verkühlung oder einen Heuschnupfen handelt.

Optimale Diagnose und Therapie. "Im Unterschied zu den anderen Kalendern wird der tatsächliche Aufenthaltsort des Patienten berücksichtigt", erklärte Siegfried Jäger, Leiter des Pollenwarndienstes bei der Präsentation. Durch das Pollen-Tagebuch wird auch die Arbeit des Arztes erleichtert: "Die Daten können zum Beispiel eine Diagose erhärten", fügte Wolfgang Gstöttner, Vorstand der HNO-Klinik Wien hinzu. Auch die Therapie könne mit Hilfe der Notizen besser kontrolliert und optimiert werden.

Tagebuch als Hilfsmittel. Das Pollen-Tagebuch scheint ein nützliches Hilfsmittel. Vielleicht auch für die Grazerin Josefa, die das Pollenleid nur allzu gut kennt: "Wenn sich alle anderen auf den Frühling freuen, beginnt für mich eine Horrorzeit. Jedes Mal, wenn ich rausgehe muss ich niesen, die Nase rinnt und die Augen schwellen an." So wie Josefa geht es vielen Menschen: In Österreich gibt es rund eine Millionen Pollenallergiker. Am häufigsten leiden die Betroffenen an Gräserpollen, gefolgt von der Birke, Ragweed und Beifuß.

Beschwerden. "Die Symptome sind zum Beispiel Niesen, rinnende Nase sowie rote juckende Augen", zählte Gstöttner auf. Die Beschwerden können von Pflanze zu Pflanze unterschiedlich ausfallen. "Bei Gräsern und Birke ist sind eher Nase, Augen und Rachenraum betroffen, bei Ragweed kommt es hingegen relativ schnell zu Lungenbeschwerden", so der Mediziner.

Kreuzreaktionen. Doch es ist nicht nur der Blütenstaub, der den Betroffenen Sorgen macht. Oft reagieren sie auch auf bestimmte Lebensmittel allergisch. So kann es zum Beispiel bei einer Allergie gegen Beifußpollen zu einer Kreuzreaktion mit Sellerie, Karotte oder Kamille kommen. Die Beschwerden sind aber andere: "Es kommt zu Schwellungen im Kopf- und Halsbereich, auch Hautreaktionen sind möglich", so Gstöttner.

Chronische Beschwerden. Eine Pollenallergie darf nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Es kann sogar zu chronischen Atembeschwerden und irreversiblen Umbauvorgängen in den Bronchien und der Lunge kommen. Es gibt aber Hilfe. Im Akutfall unterdrücken Medikamenten in Form von Sprays oder Tabletten die Symptome. Mittels einer Hypersensibilisierungstherapie sei sogar ein langfristiger Erfolg möglich. "Dabei wird man schrittweise an das Allergen gewöhnt", so der Mediziner. Die Therapie dauert zwei bis drei Jahre. "Bei Pollenallergien liegt der Erfolg bei 90 Prozent", fügte Jäger hinzu.


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