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Zuletzt aktualisiert: 23.12.2008 um 13:12 UhrKommentare

Süchtig nach Süßem?

Inke Jochims erklärt in ihrem Buch anschaulich, wie es überhaupt zu Heißhunger auf Süßes kommen kann und wie man dagegensteuern kann.

Wenn Sie dieser Schachtel Pralinen nicht widerstehen können - keine Angst, Ihnen kann geholfen werden

Foto © ReutersWenn Sie dieser Schachtel Pralinen nicht widerstehen können - keine Angst, Ihnen kann geholfen werden

Achtung, der Titel des Buches ist irreführend! In "Süchtig nach Süßem?" geht es zwar primär um den unmäßigen Zucker- und damit auch Kohlenhydrategenuss, der sehr anschaulich und detailiert beschrieben wird. Aber die wirkliche Stärke des Buches liegt in den psychologischen und physiologischen Erklärungen, wie es überhaupt zu einer übermäßigen Lust auf Süßes kommen kann.

Handlungs- vs. Ruhemensch. Die Unterscheidung zwischen handlungssuchendem und ruhesuchendem Menschen ist sehr aufschlussreich. Auf der einen Seite, der rastlose Mensch, dem nie zu viel los sein kann, der Konflikte häufig als stimulierend erlebt und über einen hohen Cortisol- und einen niedrigen Serotoninspiegel verfügt, auf der anderen Seite der ruhesuchende Mensch, der Aufregung tunlichst vermeidet, Gefühle unterdrückt, über wenig Energie verfügt und einen eher niedrigen Cortisol- und Seratoninspiegel hat.

Heißhunger auf Süßes. Beiden Typen ist gemein, dass sie aufgrund des unausgeglichenen Cortisol- und Seratonspiegels über einen instabilen Blutzuckerspiegel verfügen. Das wiederum heißt: Heißhungerattacken auf Kohlenhydrate.

10-Wochen-Ausstiegsprogramm. Das Buch gibt nun Ratschläge und Tipps, wie der Handlungssuchende und der Ruhesuchende ihre Blutzuckerspiegel wieder ins Gleichgewicht bringen. Das beginnt mit der Reduktion von Kaffee und Alkohol, der richtigen Auswahl von Fetten (weg mit der Margarine, her mit dem Leinöl!), geht über Chrombeigaben bis hin zu Bewegungsvorschlägen, dem richtigen Umgang mit Werbung und unnötigem Ramsch, der stresst und dadurch die Cortisolausschüttung begünstigt.

Krankheiten. Eine Zuckersucht ist nämlich nicht ungefährlich. Nach langjährigem Zuckerkonsum kann es zu Herzkrankheiten, Krebs, Akne, Nierenproblemen, Schlafproblemen, einem schlecht funktionierenden Immunsystem, Depressionen, Konzentrationsstörungen, Übergewicht etc. kommen - um nur ein paar körperliche Beeinträchtigungen aufzuzählen, die mit der Zuckersucht einhergehen.

Missbrauch vs. Sucht. Ja, und wann spricht man überhaupt von Zuckersucht? Bei Zuckersucht gilt das Gleiche wie bei jeder Sucht. Wenn man jeden Tag seine Tafel Schokolade "braucht", damit man sich wohl fühlt, dann spricht man von Missbrauch. Wer fünf Tafeln isst, weil er einfach nicht mehr aufhören kann und auch nicht kontrollieren kann, wann er damit anfängt, ist süchtig. Das Buch richtet sich an Frauen und Männer, die Zucker regelmäßig missbrauchen bzw. bereits süchtig sind, und an solche, die es gar nicht werden wollen.

Barbara Griesbacher

Die Autorin

Inke Jochims, M.A., ist Heilpraktikerin, Inhaberin des Europäischen Zertifikates für Psychotherapie und arbeitet in einer eigenen Praxis in Wien. Sie ist Autorin zahlreicher Bücher, u.a. "Zucker und Bulimie", das bereits zum Klassiker der Essstörungsliteratur avancierte.

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