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    Zuletzt aktualisiert: 09.09.2008 um 13:44 UhrKommentare

    Wie man gute Ärzte erkennt

    Neue alte Forderungen: Gute Ärzte nehmen sich Zeit, hören zu und sehen mehr als das Röntgenbild.

    Kriterium Nr. 1: Ein Arzt muss zuhören können

    Foto © APAKriterium Nr. 1: Ein Arzt muss zuhören können

    Nicht jeder Arzt ist sympathisch - und nicht jeder Patient glaubt an die Schulmedizin. Wenn aber der Patient seine Krankheit als göttliche Fügung interpretiert, ein schlechtes Karma oder schädliche Erdstrahlen als Ursache vermutet, dann hilft es ihm nichts, wenn der Arzt detailreich molekulare Zusammenhänge erläutert.

    Unterschiedliche Erwartungen. Missverständnisse, die aus unterschiedlichen Erwartungshorizonten entspringen, zählen zu den verbreitetsten Heilungs-Hindernissen im schulmedizinischen Gesundheitswesen. Durch den allgegenwärtigen Zeitmangel und das einseitige Honorarschema der Krankenkassen werden diese Diskrepanzen noch verstärkt. Lange Gespräche mit dem Patienten werden bekanntlich nicht entlohnt, sie sind das Hobby des Arztes. Der deutsche Medizinjournalist und erfolgreiche Buchautor Werner Bartens ("Das Ärztehasser-Buch") ortet zusätzlich einen abträglichen Einfluss der hochgezüchteten Medizintechnologie: "Der Arzt sollte nicht zuerst das Röntgenbild kennen lernen und dann erst den Patienten." Begründung: Im persönlichen Gespräch erfährt der Arzt auch das, was das bildgebende Verfahren verschweigt.

    Mit Muße zuhören. Der gute Arzt kann also zuhören - und zwar mit Muße. Deutsche Studien haben sogar ein Zeitmaß erforscht: Wenn der Patient seine Schilderung beendet, soll der Arzt zumindest noch 15 Sekunden mit seiner Antwort zuwarten. Vielleicht kommt ja noch etwas Wichtiges, das auf der Seele brennt. Bei durchschnittlich acht Minuten, die ein deutscher Arzt pro Patient insgesamt aufwendet, ist das freilich eine unerhörte Forderung.

    Psychosomatik beachten. Ein anderer zentraler Punkt ist die hohe Bedeutung der Psychosomatik, die oft ignoriert wird. Laut einer Studie hat ein Großteil aller Beschwerden auch psychische Ursachen, die zu erforschen nicht immer einfach ist. Ein Beispiel: In der Schmerztherapie bleibt die Mehrzahl der Behandlungen wirkungslos, wenn man den psychischen Horizont konsequent ausblendet.

    Was bringt dem Patienten subjektiv etwas. Für den Arzt ist es alles andere als einfach, die Balance zwischen Diagnosespirale, Therapie-Aktivismus und der Abwehr eigener Haftungsrisiken zu halten. Eine Expertenrunde, die kürzlich beim "Forum Alpbach" in Tirol über die Ärzte-Ausbildung diskutierte, war sich in diesem Punkt zwar einig, hatte aber keine Patentrezepte zur Hand. Eine wichtige Richtschnur dreht sich um die individuellen Heilserwartungen des Patienten. Die Devise: Nicht das machen, was um jeden Preis technisch möglich ist, sondern das, was dem Patienten subjektiv Erleichterung bringt.

    Musikalische Mediziner. Ein guter Arzt interessiert sich auch für Kunst, Literatur, Musik: Diese These vertritt Jan Borleffs, Dekan der Medizin-Universität in Groningen, Niederlande. Die "fruchtbringende Irrelevanz" dieser Materien sei gleichsam das Spiegelbild der immer lauter erhobenen Forderung, der Arzt müsse den Menschen als Ganzes sehen. Jedoch: In einem Medizinstudium, das bereits bis über den Rand mit Spezialstoff vollgepackt ist und einschließlich Facharztausbildung 20 Jahre dauert, bleibt diese Forderung Illusion.

    Pharma-abhängige Weiterbildung. Bartens, der hartnäckige Provokateur, verweist noch auf zwei andere Punkte. Erstens: Durch ständige Senkung der Grenzwerte, etwa bei Cholesterin, würden "Millionen beschwerdefreie Gesunde über Nacht zu Risikoträgern gemacht". Zweitens: Neunzig Prozent der ärztlichen Fortbildung seien pharma-abhängig. Gute Ärzte sollten sich diese Zusammenhänge bewusst machen. Eine gute Idee. Die Gesundheitsgespräche in Alpbach wurden übrigens vom Pharmazeutenverband Pharmig gesponsert.

    ERNST SITTINGER

    Fakten

    In Deutschland wendet ein Arzt durchschnittlich acht Minuten pro Patient insgesamt auf.

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