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Zuletzt aktualisiert: 21.07.2008 um 17:21 UhrKommentare

Geißel Asthma: Wie Sie Ihr Kind schützen

Warum die Krankheit lange unentdeckt bleibt, Passivrauchen und zu viel Hygiene Kinder krank machen und welche Therapien tatsächlich helfen.

Allergien sind weltweit im Vormarsch, allen voran Asthma. 400 Millionen Menschen leiden an Heuschnupfen, 300 Millionen Patienten quält schweres Asthma, Tendenz steigend - das belegt jetzt ein Bericht der World Allergy Organization (WAO). Diese Entwicklung betrifft auch Österreich: Jeder Vierte hat ein Allergieproblem.

Jedes 10. Kind hat Asthma. Besonders betroffen von der Zunahme an Neuerkrankungen sind Kinder. "In Österreich leidet jedes zehnte Kind unter Asthma", beziffert Gert Wurzinger, Pulmologe und Allergologe die traurige Bilanz. Wobei selbst diese Zahlen nur eine bedingte Aussagekraft haben, wie der Experte betont: "Die Dunkelziffer ist um einiges höher." Denn Asthma bleibt in vielen Fällen lange unentdeckt und damit unbehandelt. "Leider werden die ersten Vorboten, wie trockener Reizhusten oder Atembeklemmungen, nach körperlichen Anstrengungen oder psychischen Belastungen sowie pfeifende Atemgeräusche oft bagatellisiert", sagt der Allergologe.

Je früher, desto besser Anders beim allergischen Asthma. Typischer Vorbote ist der Heuschnupfen, ausgelöst von Pollen, Gräsern, Tierhaaren, Schimmelpilzen oder Hausstaubmilben. "Bei 80 Prozent der Patienten führt ein Heuschnupfen zu einer Überempfindlichkeit der Bronchien, in 30 bis 50 Prozent der Fälle entwickelt sich daraus Asthma bronchiale", erklärt der Allergologe. Allerspätestens dann muss behandelt werden, und zwar in beiden Fällen mit einem entzündungshemmenden und einem bronchialerweiternden Medikament. Wurzinger: "Bewährt hat sich ein Cortison-Spray zum Inhalieren, der weltweit ausgetestet wurde, keine nenneswerten Nebenwirkungen hat und Asthma deutlich lindert, vor allem in Kombination mit so genannten Betamimetika."

Allergietest. Steckt eine Allergie dahinter, muss außerdem ein Allergietest gemacht werden. Je früher, desto besser. Denn: "Nur mit einer Hyposensibilisierung, die rechtzeitig begonnen wird und über drei Jahre erfolgt, kann Asthma in fast der Hälfte aller Fälle verhindert werden", betont der Arzt. Ob diese Kur bei einer Pollenallergie nachhaltige Wirkung zeigt, lässt sich heute bereits an Hand eines Bluttests feststellen.

Asthma durch Lebensmittel. Weit schwieriger gestaltet sich hingegen das Austesten bei einer Lebensmittelunverträglichkeit, unter der bis zu vier Prozent der Weltbevölkerung leidet. "Dazu weiß man noch zu wenig", so Wurzinger. Auch Nahrungsmittel können einen Asthmaanfall auslösen, ebenso wie eine Unverträglichkeit bestimmter Schmerzmittel.

Spontaner Asthmaanfall. Davon betroffen sind vor allem Menschen ab 40 Jahren. Das Tückische daran: "Auch wenn man diese Medikamente immer vertragen hat, kann ein Asthmaanfall spontan auftreten", erklärt der Mediziner.

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