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Zuletzt aktualisiert: 16.07.2008 um 10:26 UhrKommentare

Chronischer Stress beschleunigt den Alterungsprozess

Sichtbar werden die Folgen der Belastung in allen Geweben, nicht zuletzt in der Haut.

Jeder fünfte Mitteleuropäer hat regelmäßig Anzeichen einer chronischen Stressbelastung wie Kopfschmerzen, Magenbeschwerden oder Herzklopfen. Die ständige psychische Anspannung lässt einen alt aussehen, nicht nur bildlich gesprochen: "Chronischer Stress führt zu einer Beschleunigung des Alterungsprozesses in allen Geweben, auch in der Haut", sagt der deutsche Altersforscher und Endokrinologe Christoph M. Bamberger.

Haut leidet unter Stress. Die Haut steht laut dem Direktor des Medizinischen PräventionsCentrums am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf erst seit kurzem im Fokus der Stressforschung. "Es wird aber schon lange vermutet, dass Stress sich ähnlich nachteilig auf die Hautqualität auswirkt wie Tabakgifte und UV-Licht." Chronische Belastung führt zu Zellschäden, das Resultat seien der Verlust der Regenerationsfähigkeit sowie der Abbau von Elastin und Kollagen.

Adrenalin und Cortisol. Wenn die Forschung von Stress spricht, meint sie "eine meist von der Psyche ausgehende, sich aber in körperlichen Symptomen äußernde Reaktion des Organismus auf echte oder vermeintliche Gefahren". Der Verkehrsstau, der herrische Chef oder die quengelnden Kinder sind mögliche Auslöser, "Stressoren". Vermittelt wird die körperliche Reaktion durch die Hormone Adrenalin (kurzfristiger Stress) und Cortisol (Dauerstress).

Beschleunigte Alterung. "Chronischer Stress ist wie eine medizinische Cortison-Dauertherapie. Die ständige Cortisol-Wirkung kann zu beschleunigter Alterung führen, zum Beispiel zu einer Verminderung der Hautdicke", erläuterte Bamberger.

Schlimmere Symptome bei Stress. "Stress geht 'unter die Haut'", bestätigte Paolo Giacomoni, Leiter der Forschungsabteilung des Kosmetikherstellers Clinique. "Die Stresshormone Noradrenalin und Cortisol schwächen die Feuchtigkeitsbarriere, das Immunsystem ist permanent überlastet." Es habe sich beispielsweise gezeigt, dass Kinder mit einer atopischen Dermatitis (schuppende, juckende Ekzeme) schlimmere Symptome entwicklen, wenn sie durch stundenlanges Computerspielen unter Daueranstrengung stehen.

Innere Bewertung entscheidend. Wie sehr wir uns gestresst fühlen, hängt nicht so sehr von der Stärke des Stressors ab, sondern vielmehr von der individuellen inneren Bewertung. "Hier liegt auch unsere Chance, den Level runterzufahren", meint Hormonexperte Bamberger.

Die 3 Mastertools. Der Mediziner beschreibt in seinem Buch "Stress-Intelligenz" (Droemer Knaur Verlag) die "Mastertools" (oder 3 Ms) dazu: Im Rahmen von medizinischer Prävention sei Bewegung der Stresskiller Nummer 1, die belastenden Hormone werden dabei spürbar abgebaut. Um dem Stress mentale Stärke entgegenzusetzen, muss man die geeignete Entspannungstechnik finden, ob Meditation, Gebet, Kurzschlaf oder Nichtstun. Beim Management der Stressoren geht es darum, "Ballast abzuwerfen" und klare Linien in den Alltag zu bringen.

Richtiges Maß durch die 3 Mastertools. "Es gibt keinen guten oder schlechten Stress", fasst Bamberger zusammen, "sondern nur das richtige Maß an Stress." Schlechte Leistungen bringe der Mensch nicht nur unter hoher Angespanntheit, sondern auch bei völliger Entspanntheit. "Die '3 M' helfen, die Belastung Schritt für Schritt zu reduzieren. So findet jeder seinen optimalen Stress-Level."


Stressabbau

Es gibt drei Möglichkeiten Stress abzubauen, die parallel zueinander angewandt werden sollten: Bewegung, Entspannung (durch Meditation, Kurzschlaf, Nichtstun) und das richtige Management der Stressoren.

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