Mehr Sicherheit bei Prostata-Krebs durch verbesserte Vorsorge
Prostatakrebs: Neuer Test liefert bessere Ergebnisse bei der Früherkennung. Am LKH Graz gehört die Methode nun zur Routineuntersuchung.

Foto © APAAb 45 sollte die Prostata einmal jährlich untersucht werden
Eine zuverlässigere Diagnostik für Prostatakrebs verspricht ein neuer genetischer Urintest, der an der Prostatakarzinom-Ambulanz an der Grazer Universitätsklinik für Urologie jetzt Teil der Routineunterschung ist. "Im Vergleich zu den herkömmlichen Methoden verbessert dieser Test die Früherkennung und damit auch Heilungschancen", erklärt Karl Pummer, Vorstand der Uniklinik für Urologie.
Keine Beschwerden. Der Prostatakrebs geht weder mit typischen Symptomen einher, noch macht er Beschwerden. Dazu kommt, dass die bisherigen Methoden - eine Bestimmung des Prostataspezifischen Antigens (PSA) im Blut und die rektale Tastuntersuchung - Werte liefern, die zu wenig Aussagekraft haben. "Aus Studien weiß man, dass selbst bei einem niedrigen PSA-Wert Krebs vorkommen kann. Andererseits gibt es viele Männer mit erhöhten Werten, ohne dass Prostatakrebs vorliegt," betont der Urologe. Selbst eine negative Gewebsprobe (Biopsie) liefert keine hundertprozentige Sicherheit. "Rund 30 Prozent aller Karzinome werden frühestens bei der zweiten, oft auch erst bei der dritten Biopsie diagnostiziert," so Pummer. Bei der neuen Diagnostikmethode wird nun zusätzlich der so genannte PCA3-Score ermittelt. "Untersuchungen haben gezeigt, dass das Gen PCA3 bei Prostatakrebs besonders ausgeprägt auftritt", sagt der Spezialist. Ist dieser Wert erhöht, liegt die Krebswahrscheinlichkeit bei rund 80 Prozent. Darüber hinaus lässt sich an diesem Wert auch erkennen, wie aggressiv das Karzinom ist. "Das hat positive Auswirkungen auf die Wahl der richtigen Therapie", ergänzt Pummer.
Urin-Untersuchung. Die Bestimmung dieses Wertes erfolgt über den Urin. "Bei der Tastuntersuchung der Prostata wird ein leichter Druck auf die Drüse ausgeübt, die erste Urinprobe wird aufgefangen und im Labor verarbeitet." Schützen kann sich Mann vor diesem Krebs nur mit einer regelmäßigen Vorsorgeuntersuchung ab 45 Jahren. "Bei erblicher Vorbelastung schon ab 40 zum Urologen gehen", empfiehlt Pummer.
Features
Wissenswert
Hilfe & Beratung. Die Selbsthilfegruppe Prostatakrebs, die von Ernst Likowetz geleitet wird, steht Betroffenen mit Informationen zur Krankheit sowie Therapiemöglichkeiten beratend zur Seite. Mehr dazu unter Tel. (0316) 71 44 60

















