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    Zuletzt aktualisiert: 23.06.2008 um 10:56 UhrKommentare

    Weil ich es mir wert bin

    Ich hab mich lieb: Psychologin Romana Ondra über Selbstliebe und den Ausstieg aus der Opferrolle

    selbstliebe ist etwas anderes als Selbstsucht

    Foto © APselbstliebe ist etwas anderes als Selbstsucht

    Liebe dich selbst, nur dann kannst du andere lieben: Das kennen wir. Und dennoch scheint es uns unendlich schwerzufallen...
    Romana Ondra: Weil wir einem großen Irrtum aufsitzen. Der lautet: Es ist gut, andere Menschen zu lieben. Sich selbst zu lieben aber ist etwas Schlechtes. Das wird uns in der Kindheit eingeimpft: Nimm dich nicht so wichtig! Drängel dich nicht vor! So etwas prägt natürlich - und bekommt eine Eigendynamik, die zu einem verzerrten Selbstbild führt. "Ich bin eh nicht gut genug. Ich hab das nicht verdient, ich darf mich nicht wichtig nehmen." Wie gebannt starren wir auf das Negative, auf die Fehler, die Defizite. Ein fataler Kreislauf.

    Was braucht es, um das Selbstbild zu "entzerrten"?
    Ondra: Einen gesunden Narzissmus. Selbstachtung, die Fähigkeit, sich selbst wertzuschätzen, sich selbst wie einen guten Freund, eine gute Freundin zu behandeln: mit Würde, Liebe und Respekt. Auf seine Grenzen achten und auch mal "nein" sagen, zu den eigenen Wünschen stehen.

    "Narzissmus": Klingt für viele nach Selbstverliebtheit...
    Ondra: Das Problem ist, dass Selbstliebe oft mit Selbstsucht verwechselt wird. Und keiner möchte als selbstsüchtig gelten! Die Wahrheit ist: Selbstliebe und Selbstsucht sind absolute Gegensätze: Wer selbstsüchtig ist, will alles für sich haben, er hat keine Freude am Geben, will nur nehmen. Und er ist unfähig zu lieben, braucht die anderen nur um Bewunderung zu bekommen. Diese Kombination aus Selbstüberschätzung und dem Mangel an Einfühlungsvermögen ist absolut pathologisch. "Gesunder Narzissmus" hingegen bedeutet: Ich nehme mich selbst ernst und wichtig - ich weiß, über meine Stärken bescheid und akzeptiere meinen Schatten. Etwa, dass ich ungeduldig, launisch, unordentlich oder faul bin. Kurz: Ich sehe mich selbst in einem realen Licht.

    Und wenn mir das gelingt...
    Ondra: ...dann führe ich eine gute Partnerschaft mit mir selbst. Und dies ist die Voraussetzung für eine Partnerschaft mit einem anderen Menschen. Denn wenn jemand keine Beziehung zu sich selbst hat, dann muss der Partner diese Defizite zu füllen. Und das geht garantiert immer schief.

    Es sind oft die Frauen, die in einer Beziehung auf sich vergessen. Trügt dieser Eindruck?
    Ondra: Er trügt nicht. Eine amerikanische Studie an 8000 Frauen und Männern zur emotionalen Intelligenz zeigte klar auf: Frauen empfinden mehr soziale Verantwortung und nehmen Gefühle besser wahr. Männer scheinen eher ein stärkeres Gefühl für sich selbst zu entwickelt und verfügen über mehr Selbstachtung. Quasi von Natur aus. Wobei sicher auch die Prägung durch die Umwelt zählt.

    Stichwort "Selbstlosigkeit"...
    Ondra: Die Opferrolle, ja, die ist natürlich praktisch. Denn wer Opfer ist, trägt keine Verantwortung. Versteckter Nutzen: Schuld sind immer die anderen. Das Opfer will nix, braucht nix, opfert sich nur selbstlos auf. Allerdings bringt eine aufopfernde Mutter die Kinder in eine schwierige Lage - denn sie spüren sowohl die unausgesprochenen Forderungen ("wenn ich schon alles für euch tue, dann...") als auch die tiefe Unzufriedenheit, die letztlich zu Verbitterung, Frust, Aggression, Burnout führt.

    Und der Ausweg?
    Ondra: Ich öffne mein Herz für mich: Das ist der Weg. Ich höre mir erstmals zu. Ich erkenne, was mir gut tut. Ich entdeckte meine Fähigkeiten, meine Talente. Der Schlüsselsatz lautet: Ich funktioniere nicht - ich bin. Und ich finde heraus, was mein Herz zum Singen bringt: Das kann ein Spaziergang sein, ein Blick vom Balkon, eine bewusste Kaffeepause. Manche beginnen zu malen, zu singen, Gedichte zu schreiben, eine Gefühlsqualität zu spüren: Das bin ich. Und es geht letztlich um eine ganz existentielle Frage: Welchen Fußabdruck wollen wir auf unserem Lebensweg hinterlassen?

    ISABELLA STRAUB

    Zur Person

    Romana Ondra ist Arbeits-, klinische und Gesundheitspsychologin in Klagenfurt. Schwerpunkte: Stress, Burnout, Angst, Panik-Erkrankung, Partnerschaft

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