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    Zuletzt aktualisiert: 16.06.2008 um 14:37 UhrKommentare

    Aus dem Takt

    Erkenntnisse der Chronobiologie helfen Kindern dabei, in ein rhythmisches Leben zu finden.

    Babies sind sehr auf ein 'geregeltes' Leben angewiesen

    Foto © APABabies sind sehr auf ein 'geregeltes' Leben angewiesen

    Selbst wenn wir in der Schule Chor-Verbot bekamen und nach dem Linkswalzer erstmal unsere Füße entknoten müssen: Wir sind dennoch zutiefst rhythmische Wesen. Wesen, die im Gleichklang mit kosmischer Bio-Uhren ticken – von der kleinsten Nervenzelle bis zu den "großen" Rhythmen, die unser Leben strukturieren. Alles schwingt. Und wir schwingen (im besten Falle) mit.

    Körper-Rhythmen. Blutdruck, Atmung, Herzschlag, Temperatur: Die Symphonie der Körper-Rhythmen untermalt in einem lebendigen Wechselspiel unser Leben wie die Filmmusik den Hollywood- Klassiker: Kaum hörbar, wenn es uns gut geht. In schmerzhafter Dissonanz, wenn wir krank sind. "Jede Krankheit ist ein musikalisches Problem", postulierte schon Novalis. "Ihre Auflösung eine musikalische Auflösung".

    Körpermusik. Die Chronobiologie, die Wissenschaft von den Körperrhythmen, ist eine ebenso junge wie faszinierende Disziplin, die in den Alltag hineinwirkt wie kaum eine andere: Denken wir bloß an den Wach-Schlafrhtythmus, an den Monatszyklus, an unsere ritualisierten Essenszeiten, an den Mittagsschlaf, an Quartaltrinker, an saisonale Depression und Frühjahrsmüdigkeit. Wussten Sie, dass der Atem langsamer wird, sobald man ihn beobachtet? Und der Blutdruck höher? Dass Sie um sechs Uhr morgens am größten sind? Dass Ihre Körpertemperatur um drei Uhr nachts am tiefsten ist? Dass Medikamente je nach Tageszeit unterschiedlich gut wirken? Auch die Resistenz des Organismus gegenüber Giften (etwa Alkohol und Tabak) unterliegt erheblichen tagesrhythmischen Schwankungen.

    Isabella Straub

    Lexikon

    Die Chronobiologie ist ein Wissenschaftszweig, der die Zeitordnung unseres Lebens untersucht: den Wechsel von Wachen und Schlafen, von Aktivität und Entspannung, von Systole und Diastole und – auf einer noch feineren Ebene – von Depolarisation und Repolarisation der Zellmembran. Zeitlich strukturierte Vorgänge sind ein universales Prinzip der Natur. Wir besitzen eine "Zeitgestalt", so wie wir einen Leib besitzen.

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