So wird sogar Ihr Fußgelenk fit
Nicht nur für Hobby-Fußballer: Tipps und Tricks wie Sie Bänder und Fußgelenk präventiv und nach Verletzungen trainieren - mit Euro-Star Emanuel Pogatetz, Arzt Ernst Orthner & Therapeut Christoph Kopeinig.

Foto © Privatklinik Althofen
Sie gehören zu den häufigsten Fußballerverletzungen - bei Hobbykickern genauso wie bei den Euro-Profis: Lädierte Sprung- und Fußgelenke, sowie Bänderverletzungen in diesem Bereich. Für Ernst Orthner, Chirurg an der Privatklinik Althofen auch ein entwicklungsgeschichtliches Phänomen: "Da ist noch Dynamik in der Entwicklung drin: Beim Menschen als Zweibeiner hat sich ein drittes Band ausgebildet, um das Gelenk zu stabilisieren, ein Tier hat ja nur zwei Bänder. Jetzt ist es so, dass ausgerechnet dieses dritte Band das schwächste und das am häufigsten verletzte ist." Gemeinsam mit dem österreichischen Euro-Star Emanuel Pogatetz und dem Therapeuten Christoph Kopeinig hat Orthner ein Trainingsprogramm ausgetüftelt - und gibt hier die wichtigsten Antworten und Ratschläge zum Thema.
1. Warum haben Fußballer so oft Sprunggelenksverletzungen?
Orthner: "Am Außenknöchel befinden sich zwei Sehnen, die eigentlich in der Lage wären, das obere Sprunggelenk zu stützen. Wenn das aber nicht der Fall ist, geht das auf die Bänder. Also muss man lernen, rechtzeitig anzuspannen." Wie das funktioniert? Mit ausreichend Kondition, um die Sehnen und Muskeln ausreichend und sehr schnell aktivieren zu können - und natürlich über die Koordination, die für die Hobbyfussballer genauso wichtig ist wie für Profis.
2.Welche verschiedenen Koordinationsübungen kann man für das Fußgelenk machen - in der Prävention wie in der Rehab?
Orthner hat zwei Übungen parat: "Am Anfang stellt man sich auf eine Wolldecke und versucht im Einbeinstand zu balancieren. Gelingt mir das, nehme ich einen Tennisball und werfe ihn hoch und fange ihn wieder. Den Schwierigkeitsgrad der Übung steigere ich, indem ich den Untergrund wechsle - zuerst zum Beispiel auf eine Matratze, und dann nehme ich schon zwei Bälle . . . Oder man nützt eine 2-l-Plastikflasche, füllt sie mit Wasser und legt ein Brett darauf und versucht darauf zu balancieren. Gut wäre es, wenn ich mich anfangs festhalten kann, dann kann ich das Ganze gezielter machen."
3.Was bringt die Physiotherapie bei so einer Verletzung?
Laut Orthner "bestimmt keine Verkürzung der Behandlungsdauer". Aber: "Die Physiotherapie dient der Rehab und der Prävention. Das Sprunggelenk hat viele Möglichkeiten beeinflusst zu werden, die Therapie beginnt mit den Händen des Therapeuten und nicht mit gut zureden. Der Fuß hat über 40 Gelenke."
4.Was kann ich tun, wenn ich leicht umknicke oder schon eine Verletzung habe?
"Meine Vorschläge: Einerseits eine Einlage einzusetzen, die auf der Außenseite erhöht ist. "Oder, was weniger bekannt ist die Verbreitung der Sohle um einen halben oder einen dreiviertel Zentimeter - Gummi wird dabei aufvulkanisiert, damit kann ich mich dann selbst am Schuh abstützen."
5. Bei leichten Schmerzen - wann sollte man zum Arzt?
Orthner: "Wenn die Schmerzen innerhalb von zwei Wochen nicht besser werden, sollte man unbedingt den Arzt konsultieren. Bei einer normalen Verletzung sind fast alle nach sechs Wochen wieder sportfähig, aber fast die Hälfte nach sechs Monaten nicht beschwerdefrei."


















