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Zuletzt aktualisiert: 26.08.2008 um 15:40 UhrKommentare

Affenliebe und andere Leidenschaften

Das Gefühlsleben von Katze, Hund & Co. Tiere sind ganz bewusst leidenschaftlich und nicht bloß genetisch vorprogrammiert. Ein neues Buch räumt mit Missverständnissen auf.

Jubel und Trubel - Tiere sind ganz bewusst leidenschaftlich

Foto © ReutersJubel und Trubel - Tiere sind ganz bewusst leidenschaftlich

Jeder Hundebesitzer kennt die eindeutigen Zeichen seines Vierbeiners: Aufgeregtes Wedeln und Winseln, wenn ein Spaziergang mit Herrchen bevorsteht, oder die deutliche "Verbeugung" des Tieres, um einen Spielgefährten zum Herumtollen aufzufordern.

Tiere und Gefühle. Für die meisten Besitzer von Katze, Hund oder Papagei steht fest: Mein Tier hat Gefühle, die es eindeutig zur Schau stellt. Aber wie so oft, haben Tatsachen für viele Menschen erst Gültigkeit, wenn diese wissenschaftlich unter Beweis gestellt werden. Wie etwa durch den amerikanischen Biologen Marc Bekoff, der sich seit Jahrzehnten der Erforschung des Verstandes von Tieren – kognitive Ethologie genannt – widmet.

Emotionale Reaktionen. "Es ist überraschend leicht, die grundlegenden Emotionen von Tieren zu erkennen. Wir müssen nur hinsehen, hören und riechen. Gesicht, Gang, Augengröße oder Lautäußerungen zeigen emotionale Reaktionen auf eine bestimmte Situation", informiert er. Doch wie der Mensch, besitzt jedes Tier eine eigene Persönlichkeit, die es gilt zu interpretieren.

Auch Fische haben Vorlieben. Allerdings haben Forscher herausgefunden, dass Säugetiere viele Gesichtsausdrücke gemein haben. Aber selbst wenn Tiere wie Fische und Vögel keine eindrucksvollen Gesichter haben, "beweisen Daten aus verhaltens- und neurobiologischen Studien, dass Fische bewusste, intelligente und empfindungsfähige Wesen sind, die ihre Vorlieben zum Ausdruck bringen", so Bekoff.

Empathie und Trauer. Gorillas halten für verstorbene Freunde die Totenwache. Elefanten leiden beim Tod eines Gefährten an einem posttraumatischen Stress-Syndrom, Hunde sterben an gebrochenem Herzen, und Wölfe lassen die Rute hängen, wenn ein Rudelmitglied zu beklagen ist. Bekoff gibt in seinem populärwissenschaftlichen Buch zahlreiche Praxisbeispiele zum Besten.

Indizien für Emotionen. Forschungsergebnisse, gepaart mit Anekdoten, sind für ihn "starke Argumente für die Existenz tierischer Leidenschaften", die nicht bloß instinktive Reaktion auf die Welt signalisieren. Empathisches Handeln, wie die Futtersuche einer jungen Bärin für ihren verletzten Bruder, ist etwa ein Indiz für Emotionen, die Menschen bisher bloß für sich verbucht haben.

GABRIELE RABL

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Foto © AP

Bild vergrößernUhhh, kalt - diese Reaktion könnte auch von einem Menschen stammenFoto © AP



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