Wildschweine ärgern Bauern und Jäger
Der Herbst ist die Hauptsaison der "Grabungsarbeiten" der Wildschweine. Eine Gesetzesnovelle soll Abschüsse erleichtern.

Foto © APAWildschweine vermehren sich rasch. Auf der Suche nach Futter durchwühlen sie Äcker und Wiesen
Die Zeichen stehen auf Rekord. Mit bis zu 300 Wildschweinabschüssen rechnet man im Bezirk Bruck an der Mur im laufenden Jagdjahr. Vor zehn Jahren waren es noch lediglich zehn erlegte Tiere. Rasante Zunahmen meldet auch der Bezirk Mürzzuschlag, wo es einst fünf Wildschweine pro Jagdjahr waren. Mittlerweile rechnet der stellvertretende Bezirksjägermeister Hannes Fraiss mit bis zu 50 Abschüssen: "Tendenz steigend", fügt er hinzu. In der ganzen Steiermark wurden in der vergangenen Jagdsaison knapp 1200 Wildschweine geschossen.
Dennoch nimmt der Bestand der Tiere in vielen Regionen zu. Und damit auch die Schäden, die die Allesfresser auf Almen, Wiesen und Äckern verursachen. Auf der Suche nach Käfermaden, Würmern, Knollen und Früchten graben sich die Schweine mit ihren Rüsseln gierig durch den Boden und hinterlassen Kraterlandschaften, die so tief sind wie die Sorgenfalten bei den betroffenen Landwirten. Was sie mit den Jägern in diesem Fall gemeinsam haben, ist eine gewisse Machtlosigkeit. Denn Wildschweine gelten nicht nur als außerordentlich intelligent und vorsichtig, sie sind auch sehr fortpflanzungstüchtig (eine Bache bekommt drei bis sechs Frischlinge pro Jahr) und zudem nachtaktiv, was ein Bejagen zusätzlich erschwert.
Anlocken erlaubt
Das Land Steiermark hat darauf reagiert und sein Jagdgesetz novelliert. Galt früher ein absolutes Fütterungsverbot für Schwarzwild, dürfen Wildschweine jetzt durch sogenannte "Kirrungen" angelockt werden. Dieses Ausbringen von Lockfutter ist aber mengen- (ein Kilo Futter pro Tag) und flächenmäßig begrenzt (eine Kirrung pro 100 Hektar). Nicht alle Jäger glauben, dass das reichen wird.
Zwar warnt Johann Krinner, Bezirksjägermeister in Deutschlandsberg, vor einer "unnötigen Panikmache" in Sachen Wildschwein. Burkhard Thierrichter vom Vorstand der Steirischen Landesjägerschaft rät aber generell, "die Augen nicht zu verschließen": "Wir dürfen uns nicht in Sicherheit wiegen und müssen uns neue Strategien einfallen lassen."











