Tierschutz: Neue EU-Richtlinie gilt ab 2013
Tierschützer und Forscher kritisieren Entwurf für Tierversuchsgesetz.

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Über 12 Millionen Tiere werden in der EU jedes Jahr in Tierversuchen eingesetzt: Pavianen werden die Knochen zersägt, sie werden vergiftet, Beaglehunden die Zähne ausgebrochen, Katzen gelähmt und ihre Stimmbänder elektrisch gereizt - nur einige Beispiele. Laut EU-Kommission werden pro Jahr mehr als 40.000 Kaninchen, Hamster, Meerschweinchen, Ratten, Mäuse und Affen allein für Kosmetikversuche getötet. In Österreich ist die Zahl der Tierversuche 2011 im Vergleich zum Vorjahr um 2,2 Prozent gestiegen - ein Armutszeugnis, finden Tierschützer.
Nun zwingt eine EU-Richtlinie, die ab 1. Jänner 2013 nationales Gesetz sein wird, Österreich zum Handeln. Sie sieht eine Reduzierung der Tierversuche und die Förderung von alternativen Forschungsmethoden vor. Doch der Entwurf von Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle wird von Tierschützern - und auch von Forschern - kritisiert.
"Er enthält keine einzige Maßnahme zur Reduktion von Tierversuchen, obwohl es anerkannte Alternativen gibt, die sogar aussagekräftigere Tests zulassen", ist Nikola Furtenbach von "Vier Pfoten" alarmiert. Kritisiert wird weiters, dass es keine Einspruchsmöglichkeit gegen die Genehmigung von Tierversuchen gibt, dass die Kontrollen unzureichend seien und die Strafen bei Verstößen "lächerlich".
"Die Tierversuchspraxis muss transparent werden", fordert Martin Balluch vom Verein gegen Tierfabriken (VgT). Versuchsabläufe sollten im Internet veröffentlicht und eine Ombudsstelle für Versuchstiere eingeführt werden.
Forscher warnen indes, dass der steigende bürokratische und finanzielle Aufwand Österreich als Forschungsstandort gefährden könnte: Der Entwurf sieht eine Ausweitung der Definition von Tierversuchen vor. So würden Kastrationen - in der Landwirtschaft normal - als "Tierversuch" gelten, wenn sie im Zuge einer Forschung passieren. Außerdem könne durch die Regelung, Zucht von Mutanten als Tierversuch zu sehen, "die Tierversuchszahl ansteigen, ohne dass sich in der Praxis etwas ändert".











