Faulbrutalarm in der Weststeiermark
Seit April breitet sich die Bienenkrankheit in der Steiermark aus. Hauptbetroffen ist Voitsberg, in Deutschlandsberg gibt es bereits Sperrzonen. Sachverständige Theresia Harrer weiß, wie man sich am besten schützen kann.

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Das idyllische Bild vom faulen Willi und der schlauen Maja bekommt immer mehr Risse. Nach der Mitteilung des Absterbens vieler Bienenvölker in der gesamten Steiermark (die Kleine Zeitung hat berichtet), kämpft man in der Weststeiermark mit einem weiteren Bienenfeind. Paenibacillus larvae - die amerikanische Faulbrut - macht Imkern zu schaffen. Erst vor einer Woche musste wieder ein Bienenstandort in Hallersdorf aufgrund des Befalls gesperrt werden, wie aus einer Verordnung der Bezirkshauptmannschaft hervorgeht. Ihr zufolge dürfen Bienenvölker in einer Zone von drei Kilometern rund um das betroffene Grundstück nur mit Bewilligung ein- oder ausgebracht werden. Der betroffene Stock bleibt für zwei Monate gesperrt.
Auch ein Bienenstandort nahe Ligist musste aufgrund des Befalls gesperrt werden, wie aus einer Verordnung der Bezirkshauptmannschaft hervorgeht. Ihr zufolge dürfen Bienenvölker in einer Zone von drei Kilometern rund um das betroffene Grundstück nur mit Bewilligung ein- oder ausgebracht werden. Der betroffene Stock bleibt zwei Monate gesperrt. Im Bezirk Deutschlandsberg wurden laut Amtstierärztin Bernadette Platzer Sperrzonen eingerichtet - konkret in den Gemeinden Greidorf, Gundersdorf und St. Stefan ob Stainz. Noch keinen akuten Fall gibt es in der Südsteiermark, man sei aber wachsam, heißt es in der Behörde.
Theresia Harrer, Sachverständige für Bienenerkrankungen, erklärt das Problem: "Die amerikanische Faulbrut ist wohl die gefürchtetste Krankheit jedes Imkers, weil durch sie - vereinfacht ausgedrückt - Löcher in der Brut entstehen und diese nach und nach verwest." Man erkenne die Krankheit aufgrund eines Brutnestes sowie einer braunen, fadenziehenden Masse, die nach Leim riecht. "Wird ein Befall zu spät bemerkt, ist das Volk meist verloren", so Harrer. "Das größte Problem ist, dass die Krankheit hoch ansteckend ist." Die Schutzzone rund um den Stock soll eine weitere Verbreitung eindämmen.
"Doch das will im heurigen Jahr einfach nicht gelingen", betont Harrer, dass es sich bei der amerikanischen Faulbrut um keine neue Erkrankung handelt. Bereits in Aufzeichnungen vor hundert Jahren wird sie genannt. "Und eigentlich sind die Sporen latent in jedem Volk vorhanden. Es kann also jeden Imker treffen."
Im Frühstadium sei sie durch Desinfizierung und Bauerneuerung aber gut einzudämmen. Doch genau da liege das Problem. "Viele Imker scheuen sich davor, einen Befall zu melden", weiß Harrer. "Sie wollen nicht als schwarzer Peter vor den anderen Imkern dastehen und versuchen oft viel zu lange allein zu tricksen." So nehme die Krankheit überhand.
70 Stöcke hat Harrer seit April dieses Jahres bereits überprüft. Sechs sind (offiziell) aktuell betroffen. Diese werden in zwei Monaten erneut kontrolliert, bevor sie vielleicht wieder freigegeben werden können.











