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Zuletzt aktualisiert: 03.08.2012 um 05:00 UhrKommentare

Wetter brachte Imkern schwere Missernten

Beim steirischen Honig gibt es heuer einen historischen Ernteausfall. Die Imker haben um zwei Drittel weniger Ertrag, Regenwetter hinderte Bienen am Fliegen.

Erst kam der Frost, dann tobten sich die Niederschläge aus: Die Bienen produzierten so wenig Honig wie lange nicht

Foto © kesipun - FotoliaErst kam der Frost, dann tobten sich die Niederschläge aus: Die Bienen produzierten so wenig Honig wie lange nicht

Maximilian Marek ist seit Jahrzehnten im Imker-Geschäft, doch ein dermaßen dramatisches Jahr wie heuer hat er noch nicht erlebt. "Das ist tragisch, man muss wirklich von schweren Missernten sprechen", sagt der steirische Imkerpräsident. Um zwei Drittel weniger Honig als sonst haben die Bienen in der Steiermark diesmal produziert, beim Waldhonig gab es quer durch das Land quasi einen Totalausfall. Verantwortlich dafür ist das ungünstige Wetter, das den Bienen seit dem Frühjahr das Leben schwer macht.

Zwischen 700 und 800 Tonnen Honig stellen die steirischen Imker in einem besseren Jahr her. Heuer fällt die Bilanz mit 200 bis 300 Tonnen extrem mager aus. Eine Entwicklung, die sich schon im Frühjahr abzuzeichnen begann.

Den ersten schweren Schlag mussten die Imker Mitte Mai verkraften, als im Gefolge der Eisheiligen der Spätfrost Einzug hielt, der viele Blüten vernichtete. "Das hat der Honigproduktion sehr geschadet. Die ersten Ausfälle waren damit schon vorgezeichnet", sagt Marek. Im Juni und Juli schließlich vergällte der Starkregen den Bienen das Fliegen und damit das Arbeiten.

Was Marek besonders schmerzt: Gerade beim dunklen Waldhonig, der die Steiermark sonst auszeichnet, sind die Einbußen mit Abstand am größten. "Gute Erträge gibt es nur als Ausnahme. Bei einzelnen Blüten wie zum Beispiel der Linde oder der Edelkastanie hat es diesmal ganz gut gepasst. Das alleine kann die Bilanz aber niemals retten."

Die 3400 Imker des steirischen Verbandes bringt das in eine schwierige Lage. Nicht jeder hat die Möglichkeit, auf Reserven aus den besseren Jahren zurückzugreifen. Wer allerdings Bestände eingelagert hat, kann sie nun abstoßen. "Glücklicherweise ist es ja so, dass man den Honig bei guter Lagerung ohne Weiteres ein paar Jahre aufbewahren kann", sagt Rudolf Sackl, Imker aus Leibnitz. "Das macht sich jetzt für viele bezahlt."

Nicht wenige kleine Imker, die selbst keine Reserven haben, hoffen darauf, dass sich eventuell eine Vereinbarung mit größeren Imkereien treffen lässt, die noch Honigbestände auf Lager haben. Auf die Qualität des heurigen Honigs haben die Ernteausfälle jedenfalls keinen Einfluss.

GÜNTER PILCH

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