Braunbär lässt sich nicht blicken
Von dem Braunbären, der Ende Juni im Bezirk Liezen 35 Schafe gerissen hatte, fehlt jede Spur. Einige Züchter trieben ihre Tiere nun wieder auf die Alm. Der etwa sechs Jahre alte Bär dürfte weitergezogen sein.

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Keine Spur gab es dieser Tage vom Braunbären, der Ende Juni im Bezirk Liezen rund 35 Schafe gerissen hatte. Einige Züchter gingen nun das Risiko ein und trieben ihre Schafe zum Teil wieder zurück auf die Alm. Über weitere Vorsorgemaßnahmen wird am Mittwoch in der Landesregierung zwischen den zuständigen Referenten Gerhard Kurzmann und Johann Seitinger diskutiert. Im Bereich Sölktal fand man am vergangenen Donnerstag übrigens vier weitere Schafkadaver.
"Derzeit ist es ruhig", meinte Walter Schmiedhofer, Obmann des Schaf- und Ziegenzuchtverbandes Steiermark, am Dienstag auf APA-Anfrage: "Der Bär ist anscheinend weitergezogen und wir hoffen, dass er nicht wieder kommt". Am Samstag wurde bereits 150 Schafe, die zuvor zur Sicherheit ins Tal gebracht worden waren, wieder auf die Alm getrieben. Weitere 100 Schafe werden in den nächsten Tagen folgen. Lediglich zwei Bauern haben sich dafür entschieden, ihre Tiere im Tal zu lassen - "aus Angst", sagte Schmiedhofer.
Die Sorge, dass der Bär zurückkehren könnte, bestehe weiterhin, wie der Bärenanwalt, Georg Rauer, gegenüber der APA erklärte. Als Vorsichtsmaßnahmen sollen neue Zäune errichtet werden, deren Finanzierung die Abteilung für Naturschutz des Landes Steiermark übernimmt. "Außerdem wird man das Weidegebiet unter Beobachtung stellen", sagte Schmiedhofer. Wo der Bär sich zur Zeit aufhält, ist ungewiss.
Präventivmaßnahmen
Über weitere Präventivmaßnahmen, die den Bären betreffen, diskutieren am Mittwoch Naturschutzlandesrat Gerhard Kurzmann (F) und Agrarreferent Johann Seitinger (V). Falls der Bär wieder auffällig werde, sei es vorstellbar, ihn zu betäuben und in einem dünn besiedelten Gebiet auszusetzen. "Eine Absiedelung ins Ausland oder die Erschießung des Bären stehen nicht zur Debatte" hieß es aus dem Büro Kurzmann.
Bärenanwalt Rauer zufolge sollen dem bewussten Meister Petz bereits im Jahr 2009 rund 15 Schafe in Osttirol zum Opfer gefallen sein. Laut Medienberichten der vergangenen Woche handelt es sich bei dem sechs Jahre alten Bärenmännchen um ein Tier aus dem italienischen Trentino. Auch im Mürz- und Murtal ist der pelzige Geselle kein Unbekannter - hier soll er sich im Mai an zwanzig Bienenstöcken bedient haben, so die Medien.











