Bärenalarm auf Gailtaler Almen
Ein Braunbär streift entlang des Karnischen Höhenweges. Es gab schon mehrere Sichtungen und erste tote Schafe. "Meister Petz" tappte auch in eine Fotofalle.

Foto © Gemeinde Feistritz/GailDer Gailtal-Bär in der Fotofalle. Langsam streift das Tier durch ein über 200 Hektar großes Almgebiet im Gailtal
Über 300 Rinder und an die 50 Pferde weiden derzeit auf der Göriacher-, der Achomitzer- und der Feistritzer Alm. Dazu noch dutzende Schafe. Seit rund drei Wochen herrscht in dem über 200 Hektar großen Gebiet auf einer Seehöhe zwischen 1800 und 2000 Metern Unruhe. Ein Braunbär ist aufgetaucht. Und macht Beute.
"Wir gehen derzeit von sieben Schafrissen aus", sagt Dieter Mörtl, Bürgermeister der Gemeinde Feistritz an der Gail. Gesichtet wurde der rund 200 Kilogramm schwere Bär zuletzt am Sonntag gegen 22.30 Uhr auf der Feistritzer Alm vom Jäger Markus Jank (27) aus Feistritz/Gail.
"Ich bin auf Schwarzwild angesessen. Der Wind hat nicht gepasst und es ist keine Sau (Wildschwein) aufgetaucht. Als ich zurück Richtung Alm ging, ist der Bär auf einer Entfernung von 30 bis 40 Metern vor mir aufgetaucht", berichtet Jank. "Ein wunderbarer Anblick, den ich ein Leben lang nicht vergessen werde", schwärmt der Metallfacharbeiter und passionierte Waidmann.
Zwei Jusstudenten, die als Wanderer unterwegs waren und in einem Zelt übernachteten, haben "Meister Petz" vor Tagen ebenso gesehen, wie ein Jäger und ein Senner. "Nur fünf Meter neben ihnen hat der Bär einen Rundbehälter mit Essensresten leergefressen", schildert Dieter Mörtl.
Mit seinem Bürgermeisterkollegen Florian Tschinderle aus Hohenthurn will er die Bärendiskussion neu anstoßen. "In unserem Gebiet leben seit Jahrhunderten Bären. Nur haben sich die Lebensräume in den letzten Jahren so verändert, dass die Frage erlaubt sein muss, ob der Bär wirklich in unsere Region passt."
Mittlerweile existieren vom Bären auch Fotos, aufgenommen von einer, in letzter Zeit in die Schlagzeilen geratenen Fotofallenkamera. Besorgt über den Besuch von "Meister Petz", zeigen sich auch die Imker. Sie sichern ihre Bienenstöcke vermehrt durch elektrische Zäune. Zur Bestimmung des Bären wurde auch der Kärntner Bärenanwalt Bernhard Gutleb eingeschaltet.











