Varroa-Milbe ist der größte Bienenfeind
Der aus Asien eingeschleppte Parasit kostet Millionen Bienen das Leben - auch in Kärnten. Die Bekämpfung ist ebenso wichtig wie Erhalt der Carnica, da diese an regionale Einflüsse perfekt angepasst ist.

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Die Frage, ob die traditionelle Imkerei in Kärnten eine Zukunft hat oder ob diese der Massenproduktion und der Honig-Industrie gehört, beschäftigt die 2735 Imker, die im Landesverband für Bienenzucht zusammengefasst sind, schon sehr lange. Jetzt konnten Landesverbandsobmann Meinhard Schöffmann und Geschäftsführer Ingo Schwarz einen renommierten Experten gewinnen, der sein Wissen bei einem Vortrag auf Schloss Krastowitz bei Klagenfurt an die Züchter weitergab. Kaspar Bienefeld ist Leiter des Länderinstitutes für Bienenkunde Hohen Neuendorf bei Berlin und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Zucht und Genetik der Honigbiene.
Carnica erhalten
Für die Diskussion, ob in Kärnten die Reinzucht der Carnica Bienen erhalten bleiben oder ob man vermehrt Hybridbienen zulassen soll, fand Bienefeld ganz klare Worte. "Bienen wie die Carnica sind seit Jahrtausenden an die regionalen Bedingungen wie Klima, Witterung oder Parasiten perfekt angepasst. Es hat keinen Sinn, die Carnica durch andere Rassen zu ersetzen beziehungsweise andere Rassen einzukreuzen", sagt Bienefeld. Der Forscher geht davon aus, dass dadurch zumindest ein Teil der spezifischen Anpassung an die Umwelt verloren geht. "Und langfristig zeigen angepasste Rassen auch bessere Erträge."
Dass Insektizide Bienen schädigen, kann nicht geleugnet werden. Der größte Feind der fleißigen Honigsammlerinnen ist jedoch die Varroa-Milbe. "Wir hatten in Deutschland 2003/04 große Winterverluste bei den Bienenvölkern. Untersuchungen haben ergeben, dass eine Kombination aus Varroa-Milben und Viren die Hauptursache dafür war", erklärt Bienefeld.
Die heimischen Imker sind seit Jahren bemüht, diesen Parasiten, der 1977 aus Asien eingeschleppt wurde, zu bekämpfen. Die Methoden sind heikel. Zum einem sollen die Mittel das Spinnentier Milbe und nicht das Insekt Biene abtöten, zum anderen darf es keine Rückstände im Wachs oder im Honig geben. "Wir setzen organische Mittel wie Ameisensäure ein", sagt Schöffmann.
"Wenn die Imker die Bekämpfung der Milbe zwei, drei Jahre einstellen, gibt es keine Biene mehr", warnt Valentin Blantar vom Bezirksverband Völkermarkt. Bienefeld sprach aber auch die Zucht von Bienen mit Varroa-Toleranz an, die künftig sicher eine zentrale Aufgabe der Imker bilden wird.
Features
Das sagen die Imker
Das sagen die Bauern
Sanft und fleißig
Die Carnica, auch Krainer Biene genannt, ist eine autochthone Biene, das heißt, dass sie nicht durch Züchtung entstanden ist. Sie gilt als widerstandsfähig und fleißig. Imker betonen auch die Sanftheit der Carnica, weshalb sie in besiedeltem Gebiet gehalten werden kann.
Die Varroa-Milbe wurde 1977 aus Asien eingeschleppt. Der Parasit schwächt das Bienenvolk.











