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Zuletzt aktualisiert: 02.04.2012 um 19:18 UhrKommentare

10.000 Euro für Hornotter aus Kärnten

Illegale Schlangenfänger machen derzeit am Fuße des Dobratsch Jagd auf die streng geschützte Giftschlange. Sie ist in Kärnten und der Südsteiermark beheimatet und akut vom Aussterben bedroht. Auf dem Schwarzmarkt werden für die Tiere bis zu 10.000 Euro geboten.

Die Hornotter ist die giftigste heimische Schlange. Sie beißt aber nur, wenn sie sich bedroht fühlt

Foto © Wikipedia Commons, HaplochromisDie Hornotter ist die giftigste heimische Schlange. Sie beißt aber nur, wenn sie sich bedroht fühlt

In der Schütt am Fuße des Dobratsch erwachen die Hornottern jetzt langsam aus ihrem Winterschlaf und sammeln sich in Gruppen. Das nützen gewissenlose Schlangenfänger aus, die vor allem Jagd auf die bei "Sammlern" begehrten Männchen, die bis zu 110 Zentimeter lang werden können, sowie auf trächtige Weibchen machen. "Die Schlangen haben ihre Paarungszeit, sind unaufmerksam und daher leicht einzufangen", sagt die Reptilienexpertin Helga Happ.

Hornottern, die auch Sandvipern genannt werden und die größten heimischen Giftschlangen sind, stehen bereits seit 1973 unter Naturschutz. "Fangen und Handeln sind verboten - aber offenbar sind sie gerade deshalb so interessant", meint Happ. Auf dem Schwarzmarkt werden für die Tiere bis zu 10.000 Euro geboten. Happ hat daher einen Appell an Bergwacht und Polizei gerichtet, besonders auf Menschen zu achten, die in der Schütt, aber auch im unwegsamen Gelände, an Bahndämmen, bei Burgruinen und in Steinbrüchen unterwegs sind. "Wenn sie Stoffsackerln dabei haben, ist das ein Hinweis auf Schlangenfänger. In den Sackerln können die Tiere leicht transportiert und versteckt werden."

Rote Liste

Aber nicht nur die illegalen Fänger gefährden die Hornotter, die auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten steht. "Auch der Lebensraum geht stetig zurück", sagt Happ. Die Tiere bevorzugen trockene, steinige und sandige Sonnenplätze. Die stärksten Populationen der Hornotter kommen daher in der Schütt mit den großflächigen Geröllhalden mit hohem Spaltenreichtum vor. "Die Schütt verwaldet immer mehr. Früher fraßen Ziegen das Ödland ab. Heute fehlen sie, und auch Böschungen werden kaum gemäht", bedauert Happ. Im verklüfteten Gelände breiten sich Rotföhren, junge Fichten und Büsche aus.

In Zusammenarbeit mit Happ will der Kärntner Naturschutzbund mit der Arge Sandviper gegenwirken. "Flächen, die sich in unserem Besitz befinden, werden gerodet. Hier sind Ferialpraktikanten im Einsatz", erklärt Naturschutzbund-Obmann Klaus Kugi. "Aber leider besitzen wir nicht viele Trockenrasen."

ULRIKE GREINER

Vom Aussterben bedroht

Die Hornotter oder Sandviper erreicht in Kärnten in der Regel eine Größe von 60 bis 80 Zentimetern, wobei die Männchen mit Gesamtlängen von 110 Zentimetern zu den mächtigsten Vertretern dieser Art zählen. Erkennbar ist die Giftschlange am dunklen Zickzackband auf dem Rücken und am Horn auf der Nasenspitze. Als Nahrung dienen vor allem Mäuse, seltener Reptilien und Vögel. Die streng geschützte Schlange ist vom Aussterben bedroht.

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