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Zuletzt aktualisiert: 04.01.2012 um 23:05 UhrKommentare

Ökosystem in Tiefsee vor Antarktis entdeckt

Die Yetis der Antarktis: Internationales Forscherteam entdeckt ein neues, bizarres Ökosystem. Rund um heiße Quellen - heißer als geschmolzenes Blei - spielt sich ein bisher unbekanntes Leben ab.

Foto © APA

In der Tiefsee vor der Antarktis hat ein internationales Forscherteam um Alex Rogers von der Universität in Oxford ein neues, bizarres Ökosystem entdeckt.

Unzählige Yeti-Krabben bedecken den Seeboden dort unten lückenlos, auch einen noch nicht bekannten Oktopus bekam ein ferngelenktes U-Boot vor die Kamera. Das Leben findet sich rings um einige heiße untermeerische Quellen, aus denen Wasser mit einer Temperatur von rund 380 Grad Celsius strömt - das ist heißer als geschmolzenes Blei.

Die Bilder zeigten unter anderem sogenannte Black Smoker (Schwarze Raucher). Diese mehrere Meter hohen Schlote wachsen vom Meeresboden empor. Aus ihnen strömt heißes Wasser, das im Untergrund von Magma erhitzt wurde. Darin gelöst sind Mineralien und andere Substanzen, es erscheint daher schwarz.

Oasen

Beim Kontakt mit dem umgebenden Ozean - der hat Temperaturen nahe des Gefrierpunktes - fallen die Mineralien aus und lassen die Schlote wachsen.

In der Weite des immer dunklen und kalten Meeresbodens entstehen durch diese hydrothermalen Quellen Oasen eines höchst spezialisierten Lebens.

Rogers und seine Kollegen fanden in 2,4 Kilometern Tiefe Tausende blasser Krabben, die den Boden fast vollständig wie ein Teppich bedecken. Sie werden zu den Yeti-Krabben gezählt, von denen bis jetzt überhaupt nur eine Art bekannt ist. Die Felsen sind außerdem an vielen Stellen mit einer dicken Matte aus Mikroorganismen bewachsen. Sie profitieren von den zahlreichen Substanzen und der Wärme, die mit den Quellen ins Wasser gelangen.

In einer Erklärung spricht Alex Rogers von einer "heißen, dunklen und verlorenen Welt" voller unbekannter Arten. Die Forscher vermuten, dass die Lebensgemeinschaften rings um heiße Quellen noch weit vielfältiger sind als bisher angenommen. Die Kameras erspähten in der Tiefe auch einen bisher nicht beschriebenen räuberischen Seestern mit sieben Armen. Er wanderte über ein Feld mit Seepocken, die an Stielen wachsen - Seepocken gehören zur großen Gruppe der Krebse. Hinzu kamen zahlreiche Napfschnecken und Seeanemonen.


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