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Zuletzt aktualisiert: 26.12.2011 um 15:55 UhrKommentare

Wlodkowski: "Die Bauern sind nicht die Preistreiber"

Der Präsident der Landwirtschaftskammer, Gerhard Wlodkowski, über die Einigung im Streit um die Haltung der Muttersauen und ein gutes Jahr für die steirische Landwirtschaft.

Die meisten bäuerlichen Sparten sind heuer gut ausgestiegen: Gerhard Wlodkowski

Foto © EDER Die meisten bäuerlichen Sparten sind heuer gut ausgestiegen: Gerhard Wlodkowski

Herr Präsident, knapp vor Weihnachten gab es die Einigung über die Haltung der Muttersauen in den Ferkelschutzkörben. Sind Sie zufrieden?

GERHARD WLODKOWSKI: Ich bin erleichtert. Denn gerade die kleineren Betriebe haben jetzt wieder eine Zukunftsperspektive.

Warum wurde diese Debatte so erbittert geführt?

WLODKOWSKI: Es ging nicht allein um das Verweilen der Muttersauen in den Ferkelschutzkörben, sondern auch um die Gruppenhaltung der Muttertiere, die EU-weit ab 2013 verpflichtend kommt. Beides zusammen bedeutet für die Landwirte eine große Rechtsunsicherheit. Die meisten haben viel Geld in die Hand genommen, um die Haltung der Sauen in Gruppen zu gewährleisten. Sie haben gesagt, es ist ihnen jetzt zu unsicher, wieder hohe Beträge zu investieren.

Ist das jetzt ausgestanden?

WLODKOWSKI: Wir wollten eine Lösung, die längerfristig hält. Ein Bauer braucht wegen der hohen Investitionskosten Rechtssicherheit, dass er die nächsten 20 Jahre mit diesem System leben kann.

Generell: Welchen Bauern ging es in diesem Jahr am besten?

GERHARD WLODKOWSKI: Heuer haben Gott sei Dank viele Sparten gut abgeschnitten. Wir haben eine gute Getreide-, eine gute Apfel- und eine gute Weinernte gehabt. Insgesamt muss man sagen, sind die meisten Sparten heuer gut ausgestiegen.

Auch der Milchpreis ist gut. Kann man sagen: Es geht den Bauern gut?

WLODKOWSKI: Den Bauern geht es heuer besser als vor zwei Jahren.

Und welchen Landwirten geht es weniger gut?

WLODKOWSKI: Besonders zum Handkuss gekommen sind die Gemüseerzeuger durch den EHEC-Skandal. Sie sind da ganz unschuldig, aber die Wirkungen - speziell auf die Preise - sind bis jetzt zu spüren. Und gelitten haben einmal mehr die Schweinebauern, weil sich dort die Preise nicht so erholt haben, wie das notwendig gewesen wäre.

Die Lebensmittelpreise für die Konsumenten steigen spürbar an. Profitieren die Bauern eigentlich von den hohen Preisen?

WLODKOWSKI: Die Lebensmittelpreise steigen nicht, weil die Erzeugerpreise für die Landwirte anziehen, sondern weil rundherum von den Energiekosten bis zu den Arbeitskosten alles teurer wird. Uns geht es um den Wertschöpfungsanteil der Landwirtschaft bei Lebensmitteln. Man muss wissen: Bei der Semmel macht der Getreideanteil - also das, was der Bauer bekommt - ein Prozent aus. Bei der Milch sind es 33 Prozent. Alles andere, da verdient wer anderer.

INTERVIEW: JOHANNES KÜBECK, BERND OLBRICH

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