Vier-Horn-Widder eingefangen
Tier war seit Mai auf Wanderschaft und tauchte unerwartet auf Burg Landskron auf. Jetzt befindet sich Enrico wieder bei seinem Besitzer. Zwei Weibchen fehlen aber noch.

Foto © Raunig
Schon seit einiger Zeit war Franz Schüttelkopf, Chef der Adlerwarte Landskron, ein seltsamer tierischer Geselle aufgefallen: ein Widder mit vier Hörnern. Sobald er sich dem Tier aber nähern wollte, ergriff dieses die Flucht.
Am Montag schließlich staunte Erich Gumpitsch, Direktor der Burg Landskron, nicht schlecht, als der Widder plötzlich auf der Burgterrasse vor ihm stand. "Es war 7 Uhr früh, und ich machte meinen täglichen Rundgang. Ich vermute, dass das Tier im unteren Bereich, wo die Burgmauer recht niedrig ist, hereingelangen konnte", erzählt Gumpitsch. Der Tierfreund fand auch gleich einen Namen für seinen Besucher: Enrico.
Im Mai ausgebüxt
Wenige Stunden später meldete sich nach einem Bericht des ORF der Besitzer, Reinhold Töfferl. Der Klagenfurter betreibt am Techelsberg eine Hobby-Schafzucht. Enrico war bereits im Mai ausgebüxt und dürfte über den Ossiacher Tauern nach Landskron gewandert sein. "Er war damals mit zwei Weibchen unterwegs, von denen immer noch jede Spur fehlt", sagt Töfferl, der den Widder von einem Bio-Bauern aus dem Lavanttal erworben hatte.
Gestern ging's dann ans Einfangen. Gumpitsch hatte den Widder am Montag mit Schüttelkopfs Unterstützung in den Burggarten gelotst. "Besitzer und Vorbesitzer waren beim Einfangen dabei, doch Enrico war sehr verschreckt. Da öffnete ich eine Tür, die in den alten Weinkeller führt. Der Widder lief tatsächlich hinein, und wir haben ihn an den Hörnern genommen", berichtet Gumpitsch.
Enrico, eine Kreuzung aus ungarischem Zackenschaf und österreichischem Weideschaf, soll es erspart bleiben, als Schnitzel auf einem Teller zu landen. "Ich habe Töfferl das Versprechen abgenommen, das Tier bis zu seinem natürlichen Ableben zu versorgen", sagt Gumpitsch.











