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Zuletzt aktualisiert: 03.06.2011 um 19:59 UhrKommentare

Feuchtes Wetter lässt Zecken gedeihen

Heuer sind bereits sieben FSME-Fälle in Österreich bekannt, davon zum Glück keiner in Kärnten. Keiner der Betroffenen war geimpft.

Zecke vorsichtig entfernen

Foto © Fotolia/Christian Jung Zecke vorsichtig entfernen

Zecken lieben feuchtes, schwüles Wetter. Und so kann man durchaus davon ausgehen, dass die kleinen Blutsauger derzeit besonders reichlich vorhanden und besonders aktiv sind. Ob es sich heuer tatsächlich um ein Zecken-Rekordjahr handelt, wagt Christian Wieser, Kustos für Zoologie am Landesmuseum in Klagenfurt, allerdings nicht zu behaupten. "Das ist statistisch einfach nicht bewiesen. Darüber hinaus muss man davon ausgehen, dass bei schönem Wetter mehr Leute in der Natur unterwegs sind", sagt der Fachmann.

Zecken sind eine Ordnung innerhalb der Milben und gehören zur Klasse der Spinnentiere. Diese Parasiten lauern im Gestrüpp, in hohen Gräsern und Farnen oder im Unterholz auf ihre Opfer. "Dass Zecken auf Bäumen hocken und sich dann auf Menschen herabfallen lassen, gehört allerdings ins Reich der Märchen", erklärt Wieser. Tatsache ist, dass Zecken - und zwar sowohl die Männchen als auch die Weibchen - Blut brauchen. "Sie ernähren sich ausschließlich vom Blut anderer Tiere oder von dem des Menschen", weiß der Zoologe. Die Weibchen sind nicht nur zu ihrer eigenen Ernährung auf Blut angewiesen, sondern benötigen den roten Lebenssaft auch zur Ei-Bildung. "Die Zecke saugt sich an ihrem Wirt voll, lässt sich dann fallen und legt die Eier im Boden ab." Diese Ei-Ablage kann übrigens mehrere Tage dauern. Am Ende können bis zu 2000 Eier produziert werden, bevor das Weibchen stirbt. Die Larven durchlaufen mehrere Stadien, ehe sich wieder eine erwachsene Zecke bildet.

Zecken als Krankheitsüberträger

Zecken können Krankheiten wie Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) oder Borreliose übertragen. "Vorher nimmt die Zecke den Erreger von einem anderen Tier auf und gibt ihn später weiter", sagt Wieser. "Sie ist also Zwischenwirt und Überträger."

Die gefährlichste der von diesen Blutsaugern übertragenen Erkrankungen ist die FSME, die im schlimmsten Fall zum Tod führen kann. Heuer sind in Österreich bisher bereits sieben FSME-Fälle bekannt geworden, davon zum Glück keiner in Kärnten. Keiner der Betroffenen war geimpft. Denn vor FSME kann man sich ausschließlich durch eine Impfung schützen, welche das ganze Jahr über möglich ist.

Während für die FSME Viren verantwortlich sind, wird Borreliose durch Bakterien verursacht. Die Behandlung erfolgt durch Antibiotika.

Vor Zecken sollte man auch Haustiere bewahren. In der warmen Jahreszeit schützt man Hunde und Katzen mit einem Schutzband oder mit so genannten Spot-On-Tropfen, die man in regelmäßigen Zeitabständen zwischen den Schulterblättern aufträgt. Viele Präparate wirken nicht nur gegen Zeckenbefall, sondern auch gegen Flöhe. Fest gesaugte Zecken mit Zange entfernen.

ULRIKE GREINER

Foto

Foto © Kleine Zeitung

Bild vergrößernFSME-Fälle in ÖsterreichFoto © Kleine Zeitung

Zange oder Pinzette

Kein Öl verwenden. Will man eine Zecke entfernen, so sollte man eine Zeckenzange - die man in der Apotheke erhält - oder eine flache Pinzette benutzen. Damit sollte man die Zecke hautnah anpacken, vorsichtig hin und her wackeln, langsam aus der Haut herausziehen und die Wunde anschließend gut desinfizieren. Der Körper der Zecke darf nicht zerquetscht werden, da sich sonst der Darminhalt - er kann unter anderem die gefährlichen Borrelien enthalten - in die Stichwunde entleert. Falsch ist auch die Anwendung von Öl, Nagellack oder Klebstoff. Auch dabei gelangen Bakterien in die Wunde.

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