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Zuletzt aktualisiert: 14.02.2011 um 13:48 UhrKommentare

Wenn Herrchen und Frauchen sich trennen

Foto © APA

Wenn sich ein Paar trennt, ist auch das Haustier betroffen: Während Hunde relativ ungerührt mit der neuen Situation umgehen, leiden Katzen unter dem Verlust ihrer Bezugsperson. Noch schlimmer ist es, wenn der Trennung eine lautstarke Streitphase vorangeht.

Erst war Zwergpinscher Billy ein Geschenk an die Liebste, dann wurde er zum Streitfall. Denn Herrchen und Frauchen haben sich kurz nach Anschaffung des Hundes getrennt. Der junge Mann wollte das Tier von seiner Ex-Freundin zurück, die rückte es nicht raus. Erst mit anwaltlicher Hilfe klärte sich der Zoff. Wenn ein Paar oder eine Familie auseinanderbricht, entbrennt nicht selten ein solcher Kampf ums gemeinsame Haustier.

Aus der Sicht von Hundeexperten wird eine Trennung von Herrchen und Frauchen grundsätzlich von den Vierbeinern gut verkraftet, denn sie sind sehr anpassungsfähig. Auch in ihrem natürlichen Lebensmodell "Rudel" könne sich schließlich mal etwas ändern, sagt der Hundetrainer Martin Rütter. Probleme drohen jedoch dann, wenn mit einer Scheidung plötzlich die Hauptbezugsperson wegfällt - etwa weil der Mann den Hund mitnimmt, obwohl sich zuvor fast ausschließlich die Ehefrau um ihn gekümmert hat.

"Deshalb rate ich den Paaren wirklich ganz ehrlich zu sein und im Interesse des Hundes zu handeln", sagt der Experte. Alles andere bedeute unnötigen Stress. "Wenn die Hunde jedoch gewöhnt waren, ich gehe mal mit dem einen, mal mit dem anderen mit, dann kann man tatsächlich ein Patchwork-Konstrukt fahren", schlägt Rütter vor.

Das größere Problem ist nach der Einschätzung des Experten eher die Phase vor der Trennung. Wenn ständig dicke Luft im Hause herrscht oder häufig laut gestritten wird, geht das auch dem Tier an die Nieren. "Deshalb erleben wir oft, dass die Tiere in einer solchen Phase introvertierter werden, sich häufiger zurückziehen oder gar lethargisch wirken", sagt der Trainer. Falsch sei es aber, wenn sich einer der Partner, meistens die verlassenen Person, dem Hund plötzlich übermäßig zuwendet. "Der Hund war vielleicht gewöhnt, ein völlig normales Hundeleben zu führen und erlebt aber jetzt, dass er zum Nabel der Welt wird. Das kann ihn überfordern."

Rütter betont jedoch: Massive Probleme drohen nur bei heftigem Streit und "Rosenkrieg". "Findet eine stinknormale Trennung statt, und einer der Lebenspartner scheidet aus dem Leben des Hundes aus, dann gibt es eine kurze Verunsicherung, aber dann ist die Sache meist verarbeitet und abgehakt."

Quelle: APA

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