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Zuletzt aktualisiert: 05.02.2011 um 20:51 UhrKommentare

Wer hat Angst vor Bär und Wolf?

Die Abschussforderung von Landesrat Josef Martinz (ÖVP) für Wolf und Bär in Kärnten sorgt weiter für Diskussionen. Eine "Kleine Zeitung"-Umfrage zeigt: Die Mehrheit sieht keinen Anlass dafür gegeben.

Foto © APA

Kärntner erklären, warum man sich vor Bären und Wölfen fürchten muss - oder eben auch nicht.

"Ich ,lebe' buchstäblich mit dem Wolf"

Christa Weyrer (62), Bäuerin aus Glödnitz: Mein Mann hat das Tier mit einer Fotofalle nachgewiesen. Ich "lebe" buchstäblich mit dem Wolf. Über Abschüsse ist erst nachzudenken, wenn eine mögliche Population eine gewisse Größe erreicht. Allerdings fehlt eine Abgeltung für Schäden, die Wolf und Bär verursachen. Was den Bauern bis jetzt bezahlt wird, ist zu wenig.

"Das Rotwild wird vom Raubwild fit gehalten"

Cilly Höfferer (56), Autorin und Wildköchin aus Friesach: Heute der Bär, morgen der Wolf, und übermorgen? Der Mensch hat kein Recht über die Existenz von ganzen Arten zu entscheiden. Als Köchin bin ich froh, wenn das Rotwild vom Raubwild fit gehalten und so die Qualität des Wildfleisches gesteigert wird. Der Wolf ist geschützt, was soll überhaupt diese Diskussion.

"Der Bär ist durch den Garten spaziert"

Willi Javernik (17), Landesschulsprecher: Beim Wandern ist mir noch nie ein Bär über den Weg gelaufen. Aber Angst hätte ich keine. Respekt wäre das richtige Wort. In anderen Ländern geht man viel lockerer mit dem Thema um: Während des Auslandssemesters meines Cousins ist ein paar Mal ein Bär durch den Garten seiner Gastfamilie in Kanada spaziert - für Aufregung sorgte das nicht.

"Wolf nicht nur aus dem Märchen kennen"

Dieter Themel (65), Musiker aus St. Veit: Wenn der Wolf oder der Bär Schäden verursacht, wird die Gesellschaft doch in der Lage sein, den Geschädigten finanzielle Ausfälle zu ersetzen. Wir sind es unseren Kindern doch schuldig, ihnen ein Leben mit Tieren zu ermöglichen, die sie nur aus dem Märchen kennen. Die stattfindende Diskussion ist einfach nur unwürdig,

"Lebensraum für solch ein Tier ist zu beengt"

Robert Schurian (56), Tourismusreferent in Feldkirchen: Wenn mir der Wolf vor das Gewehr läuft, schieße ich nicht. Das Nahrungsmittelangebot für ihn regelt die Bestände. Wenn er sich nicht wohlfühlt, bleibt er nicht. Der Lebensraum ist für ihn hier zu beengt. Wenn es 300 Wölfe bei uns geben würde, könnte man über Abschüsse nachzudenken. Das wird nie der Fall sein.

"Hilfe von Politik muss unbürokratisch sein"

Mathias Reichhold (53), Ex-Minister, Bauer und Schafzüchter aus Kappel am Krappfeld: Viel größere Schäden als diese Tiere richten nicht eingehaltene Abschusspläne und das Überhegen von Rotwild in gewissen Regionen an. Wenn Schäden durch den Wolf oder Bären doch passieren, ist die Politik gefordert, sie zu ersetzen. Unbürokratisch und im Interesse der Betroffenen.

ESTHER FARYS, PHILIPP NOVAK

Radio Kärnten Streitkultur

In der Radio Kärnten Streitkultur am Montag (21.03 Uhr) dreht sich alles um Wölfe und Bären. Sollen diese Raubtiere, wie von Agrarreferent Josef Martinz gefordert, zum Abschuss freigegeben werden? Hörer können unter der Telefonnummer (0 463) 500 300 mitdiskutieren.

Das rat ich Tier

Foto: KLZ: Jürgen Fuchs/Kathrin Reibnegger

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