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Zuletzt aktualisiert: 03.02.2011 um 11:58 UhrKommentare

Dackellähmung kann jeden Hund treffen

Foto © APA

Rückenprobleme plagen nicht nur Büroangestellte, sondern auch Hunde. Viele Rassen leiden unter der sogenannten Dackellähmung, deren Behandlung kostspielig ist. Um der Krankheit vorzubeugen, sollten Besitzer ihre Hunde nur wenig springen oder Treppe steigen lassen.

Dackel, Pekinesen und Zwergpudel gehören zu den niedlichen Hunderassen. Wer einen dieser kleinen Vierbeiner besitzt, sollte aber wissen, dass gerade diese Exemplare besonders anfällig für die sogenannte Dackellähmung, eine Wirbelsäulenerkrankung, sind. Wird die Krankheit rechtzeitig erkannt, gibt es verschiedene Möglichkeiten, sie zu behandeln.

Die Dackellähmung kann als Folge eines Bandscheibenvorfalls eintreten. "Die Bandscheibe ist der Puffer zwischen zwei Wirbeln am Rückenmark. Dazwischen ist eine gallertartige Masse, durch welche die Wirbelsäule im Kern elastisch ist", erklärt Astrid Behr vom Bundesverband Praktizierender Tierärzte in Frankfurt am Main. Wird der Kern knorpelig, ist die Wirbelsäule nicht mehr so elastisch. "In der Folge kommt es zu Verschiebungen, die auf verschiedene Nerven drücken und große Schmerzen verursachen können."

Kleinwüchsige Rassen, zu denen beispielsweise auch Scottish Terrier und Französische Bulldoggen gehören, sind aufgrund ihres Körperbaus mit der langen Wirbelsäule und den kurzen Beinen besonders häufig betroffen. Dazu kommt eine Knorpelwachstumsstörung, die ein genetischer Defekt ist und die Elastizität der Wirbelsäule negativ beeinflusst.

Prinzipiell könne die Krankheit jeden Hund treffen, auch große wie den Schäferhund, sagt Elke Deininger von der Akademie für Tierschutz in München. Der Unterschied sei allerdings, dass dieses Schicksal die kleinwüchsigen Rassen schon in jungen Jahren ereilen kann. "Große Hunde erkranken dagegen eher im fortgeschrittenen Alter und infolge normaler Abnutzungserscheinungen der Wirbelsäule."

Die Symptome für diese Erkrankung können unterschiedlich sein. "Dabei kommt es darauf an, auf welchen Nerv die Verschiebung der Wirbelsäule drückt", sagt Elke Deininger. Häufig treffe es den hinteren Brust- und Lendenbereich. Ist der Halsbereich betroffen, sei das für den Hund besonders schmerzhaft. "Es kann dem Tier dann so weh tun, dass es laut aufjault", so die Veterinärin. "Oft können betroffene Hunde nur schwer aufstehen, wollen nicht mehr lange am Stück gehen und keine Sprünge machen", fügt Astrid Behr hinzu. Es könne aber auch sein, dass der Hund seinen Harn nicht mehr halten kann, weil die Wirbelsäule auf die Blase drückt.

Wird die Krankheit nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, kann es im schlimmsten Fall zu bleibenden Lähmungen kommen. "Tritt eins dieser Symptome auf, sollten sich Halter sofort mit ihrem Vierbeiner zum Tierarzt oder in eine Klinik begeben." Im Anschluss an eine Untersuchung verschreiben Tierärzte im Normalfall Schmerzmittel und entzündungshemmende Medikamente wie Cortison", erklärt Elke Deininger.

Dazu kommen Vitamin B-Präparate für die geschädigten Nervenstränge. Meistens werde das Tier unter den Röntgenapparat gelegt, womit der Arzt aber nicht alle Ursachen für die Erkrankung erkennen kann. Sicherheit in der Diagnose bringe nur die Magnetresonanztomographie.

Fabian Simon musste die Auswirkungen der Krankheit bei seinem Dackel selbst miterleben. "Im Alter von zehn Jahren haben sich die ersten Anzeichen der Erkrankung bei unserer Familienhündin gezeigt", erzählt der Berliner, der im Internet ein Portal für Dackelfreunde gegründet hat und darauf auch über die Dackellähmung aufklärt. "Nachdem die Diagnose feststand, wurde sie mit Medikamenten behandelt" so Fabian Simon. In den restlichen zwei Lebensjahren habe es dann bessere und schlechtere Phasen gegeben, "so wie es auch bei einem Menschen mit Bandscheibenvorfall meistens ist".

Gegebenenfalls könne der Tierarzt die Wirbelsäule operieren, was allerdings ein großes Risiko in sich berge, so Elke Deininger. Begleitend zu einer Behandlung, egal mit welcher Methode, empfehlen Mediziner eine physiotherapeutische Betreuung, um die Muskeln wieder aufzubauen.

Halter sollten sich daher auf ein kostspieliges Unterfangen einstellen, sagt Elke Deininger. Leider werde an solche Situationen selten gedacht, wenn man sich ein Tier zulegt. "Ein Vierbeiner kostet nun mal Geld. Da sind die Anschaffungskosten noch der geringste Betrag. Gerade, wenn ein Tier älter wird, muss es öfter zum Arzt. Dafür sollte Geld da sein."

Sprünge und Treppen können gefährlich sein

Hundehalter können einiges tun, um ihrem Vierbeiner Probleme mit der Wirbelsäule zu ersparen oder hinauszuschieben, sagt Elke Deininger. "Gerade oft betroffene Rassen sollten in jungen Jahren nicht springen." Stattdessen sollten Halter ihr Tier beispielsweise aufs Sofa hoch- und herunterheben, denn oft werden Bandscheibenvorfälle durch ruckartige Bewegungen ausgelöst. Außerdem sollten kleine Rassen keine Treppen steigen. "Der Hund sollte nicht überfüttert werden und viel laufen, um die Muskeln zu stärken", rät die Tierärztin Astrid Behr.

INFO: http://www.dackel-freunde.de/dackellaehmung.php

Quelle: APA

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