Noch kein "First Dog" fürs Weiße Haus gefunden
Wenige Wochen vor der Amtseinführung von Barack Obama bewegt die USA immer noch eine Frage: Welcher Hund wird sich zum Präsidenten und seiner Familie ins Weiße Haus gesellen?

Foto © APZumindest Vize Joe Biden hat seinen Hund bereits gefunden
Obama hatte seinen beiden Töchtern Sasha und Malia bereits am
Wahlabend den heiß ersehnten Welpen versprochen. Doch eine
Entscheidung ist offenbar noch nicht gefallen - wofür wohl in erster
Linie die Allergie der zehnjährigen Malia verantwortlich sein dürfte.
An guten Ratschlägen von Hundekennern und Tierliebhabern mangelt es
jedenfalls nicht.
Das "Haar-Problem".
"Es geht nicht um die Rasse und auch nicht um die Herkunft", sagt
die Verhaltensforscherin Patricia McConnell, die eine Tiersendung im
Radio moderiert. Die Obamas müssten mit gutem Beispiel vorangehen,
indem sie einen Hund aufgrund seiner Verhaltensmerkmale und seiner
guten körperlichen Verfassung auswählen, und zwar aus "zuverlässiger
und verantwortungsvoller" Hand, sagte McConnell.
Wegen Malias Allergie kommt ohnehin nur ein Hund in Frage, der
möglichst nicht haart. Ausgeschlossen wäre damit beispielsweise ein
Deutscher Schäferhund, für den sich der künftige Vizepräsident Joe
Biden entschieden hat.
Schwere Entscheidung.
Ein anderer Hundefachmann verweist auf die Lebensumstände der
First Family. Da die Obamas viel zu tun hätten und oft unterwegs
seien, könnten sie wohl nicht genug Zeit entbehren, um sich mit einem
energiegeladenen Hund ausreichend zu beschäftigen, sagt Cesar Millan,
Moderator der Fernsehsendung "Der Hundeflüsterer". Außerdem habe die
Familie noch keine Erfahrung in der Hundeerziehung. Das werde das
Tier sicherlich ausnützen.
Temerament statt Aussehen.
Auch das Treiben im Weißen Haus ist nicht die Sache eines jeden
Hundes. Ein "First Dog" muss daher gut erzogen, von Natur aus
gesellig und der Hektik gewachsen sein. Das Temperament sei wichtiger
als das Aussehen, sagt Jack Volhard, ein professioneller Hundetrainer
aus Virginia. Er empfiehlt daher, sich einen Wurf genau anzusehen,
wenn die kleinen Hunde sieben oder acht Wochen alt sind: "Welche
Welpen kommen zu den Kindern, sind sie ruhig, sind sie nicht zu
aufgeregt?"
Der Boom ist sicher.
Dieser Aspekt widerspricht dem ursprünglichen Ansinnen der Obamas,
einen Hund aus dem Tierheim zu holen. Oft sei die Vorgeschichte
dieser Tiere unbekannt, mögliche Verhaltensauffälligkeiten träten
erst später zutage, mahnen Experten. Unbedingt seien die Obamas in
diesem Fall auf fachkundige Unterstützung angewiesen, rät Christopher
Savage, Hundetrainer aus Cambridge im US-Staat New York. "Man kann
einen wundervollen Hund aus dem Tierheim bekommen, und das ist
großartig, aber man muss wirklich mit offenen Augen dorthin gehen",
sagt Savage.
Egal wie die Obamas sich entscheiden: Ihre Wahl könnte viele
Amerikaner veranlassen, sich ein Tier derselben Rasse zuzulegen.
Solch ein Boom gehe immer zu Lasten der Hunde, warnen Tierfreunde.











