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Zuletzt aktualisiert: 02.12.2008 um 14:00 UhrKommentare

"Kulturgut": Ungarn erlaubt wieder Gänsestopf-Leber

Stopfleber-Produktion war im September nach Protesten von Tierschützern eingestellt worden. Jetzt gab das ungarische Parlament grünes Licht dafür, nachdem die Stopfleber zum "Kulturgut" ernannt wurde.

Die Stopfleber wurde in Ungarn zum "Kulturgut" ernannt

Foto © APDie Stopfleber wurde in Ungarn zum "Kulturgut" ernannt

In Ungarn wird die Stopfleber-Produktion wieder aufgenommen, nachdem das Parlament in Budapest das Stopfen von Gänsen und Enten als schützenswertes nationales Kulturgut eingestuft hat. Die Stopfleber-Produktion war im September nach einer Kampagne der österreichischen Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" eingestellt worden.

Aufruf zum Boykott. "Vier Pfoten" hatte das Stopfen von Gänsen und Enten als "Tierquälerei" kritisiert und Handelsketten in Österreich und Deutschland aufgefordert, keine Stopfleber sowie auch keine anderen Erzeugnisse mehr von jenen ungarischen Firmen zu kaufen, die sich mit der Stopfleberproduktion befassen. Der ungarische Geflügelzüchterverband droht nun mit rechtlichen Schritten gegen "Vier Pfoten", da diese den ungarischen Geflügelzüchtern einen Schaden 7 bis 8 Milliarden Forint (27 bis 30,8 Millionen Euro) zugefügt hätten.

Kritik von ungarischer Seite. Der Chef des Verbandes, Laszlo Barany, erinnerte daran, dass die involvierten Handelsketten wegen des Boykott-Aufrufs von "Vier Pfoten" außer Stopfleber auch keine anderen Produkte der ungarischen Schlachtbetriebe übernommen hätten. Laut Barany stimmt es nachdenklich, dass die ausfallenden ungarischen Lieferungen überwiegend durch polnische Verarbeitungsbetriebe mit deutscher Beteiligung ersetzt worden seien. Kritik üben die Ungarn auch daran, dass der Stopfleber-Produzent Frankreich vom Boykott von "Vier Pfoten" verschont geblieben sei.

200 Mitarbeiter gekündigt. Der größte Stopfleber-Produzent, die südungarische Firma Hungerit, hatte nach eigener Aussage 200 Mitarbeiter kündigen müssen. Die Budapester Stiftungsfiliale von "Vier Pfoten" wollte die Wiederaufnahme der Stopfleber-Produktion in Ungarn nicht kommentieren.


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