"Kulturgut": Ungarn erlaubt wieder Gänsestopf-Leber
Stopfleber-Produktion war im September nach Protesten von Tierschützern eingestellt worden. Jetzt gab das ungarische Parlament grünes Licht dafür, nachdem die Stopfleber zum "Kulturgut" ernannt wurde.

Foto © APDie Stopfleber wurde in Ungarn zum "Kulturgut" ernannt
In Ungarn wird die Stopfleber-Produktion wieder
aufgenommen, nachdem das Parlament in Budapest das Stopfen von
Gänsen und Enten als schützenswertes nationales Kulturgut eingestuft
hat. Die Stopfleber-Produktion war im September nach einer Kampagne der
österreichischen Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" eingestellt
worden.
Aufruf zum Boykott.
"Vier Pfoten" hatte das Stopfen von Gänsen und Enten als
"Tierquälerei" kritisiert und Handelsketten in Österreich und
Deutschland aufgefordert, keine Stopfleber sowie auch keine anderen
Erzeugnisse mehr von jenen ungarischen Firmen zu kaufen, die sich mit
der Stopfleberproduktion befassen. Der ungarische Geflügelzüchterverband droht nun mit rechtlichen
Schritten gegen "Vier Pfoten", da diese den ungarischen
Geflügelzüchtern einen Schaden 7 bis 8 Milliarden Forint (27 bis 30,8 Millionen
Euro) zugefügt hätten.
Kritik von ungarischer Seite.
Der Chef des Verbandes, Laszlo Barany, erinnerte daran, dass die
involvierten Handelsketten wegen des Boykott-Aufrufs von "Vier
Pfoten" außer Stopfleber auch keine anderen Produkte der ungarischen
Schlachtbetriebe übernommen hätten. Laut Barany stimmt es
nachdenklich, dass die ausfallenden ungarischen Lieferungen
überwiegend durch polnische Verarbeitungsbetriebe mit deutscher
Beteiligung ersetzt worden seien. Kritik üben die Ungarn auch daran,
dass der Stopfleber-Produzent Frankreich vom Boykott von "Vier
Pfoten" verschont geblieben sei.
200 Mitarbeiter gekündigt.
Der größte Stopfleber-Produzent, die südungarische Firma Hungerit,
hatte nach eigener Aussage 200 Mitarbeiter kündigen müssen. Die
Budapester Stiftungsfiliale von "Vier Pfoten" wollte die
Wiederaufnahme der Stopfleber-Produktion in Ungarn nicht
kommentieren.
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Tierquälerei: Gänse-StopfleberFoto © Reuters











