Milliardärsgattin will 30.000 Mustangs retten
USA gibt 22 Millionen Dollar im Jahr für freilebende Mustangs aus. Zuviel, meint der Rechnungshof und will nun einen Teil der Tiere töten.

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Der Bestand von mehr als 30.000 freilaufenden
Pferden und Eseln soll reduziert werden, denn sie kosten die
US-Regierung viel Geld. Das US-Bundesamt für Landverwaltung hat bereits grünes Licht für
den Plan gegeben. Doch Tierschützer schlugen Alarm und in
dieser Woche kam ihnen Madeleine Pickens zur Hilfe.
Engagierte Tierschützerin. Die britisch-libanesische Ehefrau des texanischen Milliardärs und
Öl-Magnaten T. Boone Pickens empörte sich in der Zeitung "Dallas
Morning News": "Es ist unfassbar, wenn dies erlaubt würde. Euthanasie
ist einfach nicht drin". Die engagierte Tierschützerin, die nach dem
Hurrikan Katrina Hunderte herrenlose Katzen und Hunde mit ihrem
Privatflugzeug rettete und die vor wenigen Jahren den Kampf zur
Schließung des letzten Pferdeschlachthofs in den USA anführte,
plädiert patriotisch: "Unser Land wurde von Pferden geprägt und wir
sollten sie ehren, nicht schlachten".
Opfer der Wirtschaftsflaute. Mehr als 30.000 Tiere grasen frei in zehn westlichen
Bundesstaaten, die Hälfte von ihnen in Nevada. Noch einmal so viele
Mustangs leben unter der Aufsicht des US-Bundesamts für
Landverwaltung auf eingezäunten Flächen. Jedes Jahr werden tausende
Tiere eingefangen, um die "Überpopulation" zu senken, schließlich
konkurrieren die Pferde im trockenen Westen mit Rindern um Wasser und
Gras. Es gibt ein Adoptionsprogramm, das Pferdeliebhabern zum
Spottpreis einen Mustang schenkt. Doch wegen der Wirtschaftsflaute
wollen sich immer weniger Amerikaner ein eigenes Pferd leisten. Nun
muss der Staat mehr Tiere durchfüttern. Kostete das im Jahr 2000 noch
sieben Millionen Dollar im Jahr, so sind es
inzwischen mehr als 22 Millionen Dollar. Für den US-Rechnungshof ist
das eine "Krise", die das Töten der Tiere rechtfertige.
Öko-Urlaub. Pickens hat ehrgeizige Pläne, mit Hilfe von Spenden, eigenem Geld
und vom Staat gesponserten Steueranreizen will sie alle
eingepferchten Mustangs in ihre Obhut bringen. Sie wolle einen
Ruhesitz für die Tiere einrichten, auf dem sie sich frei bewegen
können. Und davon sollten nicht nur die Pferde profitieren. "Ich sehe
es als einen Okö-Urlaubsort an", sagt Pickens. Kinder sollten mit
ihren Eltern anreisen, in Blockhütten oder Zelten schlafen. "Ich
liebe die Idee, dies mit den US-Bürgern zu teilen."
Features
Fakten
Mit den Spaniern kamen im 16. Jahrhundert die bis dahin in der Neuen Welt unbekannten Pferde nach Amerika. Von einst riesigen Herden auf den Prärien waren Anfang der 1970er Jahre weniger als 10.000 Tiere übrig. Der Kongress verabschiedete damals ein Gesetz zum Schutz der Mustangs mit dem Ziel, "die lebenden Symbole des historischen Pioniergeistes des Westens" zu schützen. Doch inzwischen sind es den Behörden und vor allem den Rinderzüchtern zu viele geworden.











