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Zuletzt aktualisiert: 04.11.2008 um 20:36 UhrKommentare

Schlangenbisse werden viel zu oft unterschätzt

Vor allem in Afrika und Asien stehen Schlangenbisse an der Tagesordnung, jährlich werden laut konservativen Schätzungen mindestens 421.000 Menschen vergiftet. Viele Bissopfer finden sich gleich gar nicht im Krankenhaus ein.

Die Idylle trügt: Schlangenbisse können sehr gefährlich sein

Foto © ReutersDie Idylle trügt: Schlangenbisse können sehr gefährlich sein

Mindestens 421.000 Menschen weltweit vergiften sich vorsichtigen Schätzungen zufolge pro Jahr durch Schlangenbisse, etwa 20.000 Menschen sterben daran. Die tatsächliche Zahl könne ohne weiteres um das Vier- bis Fünffache höher sein, berichten Wissenschafter nach einer umfassenden Auswertung zahlreicher Datenquellen im Fachjournal "PLoS Medicine". Die Ergebnisse sollen dabei helfen, die Behandlung von Schlangenbissen und die Verteilung von Gegengiften in besonders betroffenen Regionen zu verbessern.

Opfer gehen nicht ins Krankenhaus. Ein Großteil der Unfälle geschehe in Süd- und Südostasien, sowie in Afrika südlich der Sahara. Indien ist den Angaben zufolge das Land mit den meisten Schlangenbissen. Verlässliche Angaben zur Häufigkeit von Schlangenbissen und zur Zahl der Todesfälle sind allerdings derzeit schwer zu bekommen. Viele Länder besitzen keine oder nur unzuverlässige Melderegister und wissenschaftliche Studien zum Thema sind rar. Zudem tauchen viele Bissopfer nie in einem Krankenhaus oder einer Arztpraxis auf, da die medizinische Infrastruktur in ländlichen Bereichen oft fehlt oder die Betroffenen lieber auf traditionelle Heilversuche zurückgreifen.

Thema aufarbeiten. Um die Situation künftig besser beurteilen zu können, durchsuchten die Forscher um Janaka de Silva von der University of Kelaniya (Ragama/Sri Lanka) nun die Fachliteratur, werteten eine länderspezifische Datenbasis der Vereinten Nationen zu tödlichen Schlangenbissen aus und nahmen zudem Kontakt zu nationalen Gesundheitsbehörden, Giftzentralen und Schlangenexperten auf. Für Länder, aus denen keine Informationen zu bekommen waren, ermittelten die Wissenschafter einen Schätzwert anhand der Angaben aus benachbarten Ländern.


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Fakten

Die ermittelten Zahlen von 421.000 Vergiftungs- und 20.000 Todesfällen seien Mindestangaben, betonten die Wissenschafter. Nach einer weniger zurück-
haltenden Berechnung
kommen sie auf eine Zahl von mehr als 1,8 Millionen Vergiftungen und 94.000 Todesfällen weltweit. Schlangenbisse allgemein kämen weltweit noch sehr viel häufiger vor, zwischen 1,2 und 5,5 Millionen Mal, denn nur etwa jeder vierte Biss führe auch zu einer Vergiftung.

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