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Zuletzt aktualisiert: 31.10.2008 um 14:44 UhrKommentare

Tiere mit ziemlich viel Grips

Wer ist der Schlauste im Tierreich? Manche Tiere verfügen über Fähigkeiten, die bislang nur der Mensch für sich verbuchte.

Auch für ihre Schlauheit bekannt: Krähenvögel

Foto © APAAuch für ihre Schlauheit bekannt: Krähenvögel

Menschen stellen ihr Wissen und Können gerne unter Beweis. Wer hat mehr Grips im Kopf? Wie gut schneide ich beim IQ-Test ab? Doch solche Tests sind höchst umstritten: Denn spezifisches Wissen hängt mitunter auch vom kulturellen Umfeld ab. Wie kann ein Urwaldbewohner über ein altes Grammophon Bescheid wissen, wenn er ein solches Gerät noch nie zu Gesicht bekommen hat und es auch in seinem Lebensumfeld mit Sicherheit nicht benötigt?

Test mit "Fehlern". "Gebräuchliche IQ-Tests haben das Manko, dass sie eine Vertrautheit mit der Mittelklasse-Kultur des jeweiligen Landes voraussetzt. Etwa fehlende Details in Bildern von Gegenständen einzuzeichnen, setzt voraus, dass man den Gegenstand schon einmal gesehen habe. Wem die Erfahrung mit Dingen wie einer Glühbirne oder ein Netz auf einem Tennisplatz fehlt, schneidet dann eben schlecht ab. Als 'debil' kann man diesen Menschen trotzdem nicht einstufen", meint der bekannte Tierbuchautor Stephen Budiansky.

Schlau oder dumm? Mit ähnlichen Problemen ist die Wissenschaft konfrontiert, wenn Menschen erfahren möchten, wie schlau Tiere sind. Das Schaf gilt gemein hin eher als dümmlich, der Border-Collie hingegen wird in seiner Spezies als besonders schlau eingestuft. "Bevor man darüber diskutiert, muss man die Frage stellen, was ist Intelligenz", rät Thomas Bugner, Wissenschaftler am Wiener Universittätsinstitut für Neurobiologie und Kognitionsforschung. "Im Alltag wird Intelligenz mit kognitiven Fähigkeiten gleichgesetzt", weiß Bugner. Doch kognitive Fähigkeiten – dazu zählen lernen, erinnern, wahrnehmen, planen, orientieren und auch denken – sollten nicht mit intelligenten Handlungen in Verbindung gebracht werden, meint der Wissenschaftler.

Beeindruckendes Können. Budiansky ist sich sicher, dass jede Spezies mit dem Wahrnehmungs- und Erkenntnisapparat ausgerüstet ist, das sie benötigt, um mit den Anforderungen ihrer jeweiligen Umwelt zurechtzukommen. Tierarten, denen der Mensch eine hohe Intelligenz zuspricht, würden sich besonders leicht abrichten lassen und ein menschenähnliches Verhalten aufweisen. ?Wir gehen von unserer Sichtweise aus, die sich aber noch lange nicht mit dem decken muss, was für die Tiere von Relevanz ist“, ergänzt Bugner.

Allerdings räumt Bugner ein: "Herausragende Fähigkeiten wie taktische Täuschung können wir in unseren Untersuchungen immer wieder beobachten. Raben etwa können Dinge, mit denen wir nicht gerechnet haben." Sie geben ihren Artgenossen beispielsweise bewusst falsche Informationen, besonders wenn es um das Versteck ihres Futters geht. Wird ein Artgenosse als Spion der Futterstelle erkannt, bringt der Rabe seine Beute in Sicherheit und vergräbt sie an einer anderen Stelle.

Nussknacker. Und Krähenvögel in Tokio wurden beobachten, wie sie für das Knacken von Nüssen eine ganz spezielle Strategie gefunden haben: Sie legen in einer Rotphase Nüsse auf den Zebrastreifen und warten am Straßenrand geduldig, bis das nächste Auto mit den Reifen ihre Nuss aufbricht. Schaltet die Ampel wieder auf Rot und ist der Zebrastreifen frei passierbar und das Tier holt sich den Inhalt der geknackten Nuss.


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Bild vergrößernAuch schlau: Delphine und SeelöwenFoto © APA

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