Eine Hommage an die Grauen Riesen
Echt stark: Das Buch "Elefanten" betört mit beeindruckenden Bildern und spannenden Einblicken in das Leben und das Sozialsystem der Rüsseltiere.

Foto © APElefant sein ist eine Mammutaufgabe
Wer jemals die Gelegenheit hatte, einem Elefanten ohne Gitter Auge in Auge gegenüber zu stehen, kommt sich naturgemäß ein wenig mikrig vor. Einmal abgesehen vom Größenunterschied bleibt diese Begegnung tatsächlich unvergesslich, sei es jetzt das schelmisch, wache Interesse am winzigen Gegenüber oder die freche, zärtliche Berüsselung: Die sanften Riesen sind beeindruckende Persönlichkeiten.
Fluch des Elfenbeins.
Während derzeit wieder diskutiert wird, ob man das Verbot von Elfenbeinhandel wieder aufheben sollte, würde man sich wünschen, dass die zuständigen Organisationen einen Blick in das Buch "Elefanten" von Christine und Michel Denis-Huot werfen würden. Im Mittelpunkt des im Basserman-Verlag erschienen Buches steht der afrikanische Elefant, ein Symbol für das urwüchsige und exotische Afrika.
Doch das schöne Bild trügt, lebten in Afrika einst Millionen von Elefanten, so wird ihre Population mittlerweile auf zwischen 400.000 und 600.000 geschätzt. Alljährlich fallen etwa 20.000 Dickhäuter Wilderern zum Opfer. "Der Fluch des Elfenbeins" lautet demnach auch ein zentrales Kapitel im Buch, das auch die selten konfliktfreie Beziehung zwischen Mensch und Elefant behandelt: Die Grauen Riesen im Kriegseinsatz bei Hannibal bis hin zu begehrten Zirkusattraktionen.
Rüsseltiere.
Hat man dieses traurige Kapitel einmal "überstanden", so bietet das Buch spannende Einblicke in das Leben und das Sozialsystem der Tiere. Ob "Rüsselfakten" - von der Schlagwaffe bis hin zum "Liebkosungsorgan" - oder Karies bei Stoßzähnen bis hin zur Sprache der Elefanten, selbst Experten dürfen hier noch aus dem Vollen schöpfen. "Der Elefant und der Tod" ist eines der berührendsten Kapitel des Buches: "Wenn ein Elefant an einem Ort vorbeikommt, wo einer der Seinen verstarb, verharrt er bewegungslos. Dieses schweigende Verharren kann auch noch Jahre nach dem Tod mehrere Minuten andauern", so die Autoren.
Eine Mammutaufgabe.
Freunde von Tierkindern kommen im Kapitel "Elefantenkinder" voll auf ihre Kosten. Von der Geburt bis zur Erziehung der zukünftigen Riesen - Elefant sein ist wahrlich eine Mammutaufgabe. Apropos Mammutaufgabe: Empfehlenswert ist das Buch vor allem durch seine beeindruckenden Bilder, die zum größten Teil von den Autoren selbst stammen. Bleibt nur noch ein Wunsch offen: Schön wäre, wenn man tatsächlich aus einer Mücke einen Elefanten machen könnte.














