Der Klimawandel bedroht die Pinguine
Ölverschmutzung der Meere, Erderwärmung, intensive Fischerei und Tourismus gefährden die Pinguinpopulationen. Untersuchungen zufolge sind zwölf von insgesamt 16 bis 19 Pinguinarten in Gefahr.

Foto © APAWir sollten gut auf sie aufpassen: Pinguine sind in Gefahr
Immer mehr Pinguinarten sind vom Aussterben bedroht. Die Gründe hierfür liegen nach neuen Erkenntnissen amerikanischer Wissenschafter in der globalen Erderwärmung, der Ölverschmutzung der Meere, der intensiven Fischerei und im Tourismus. Zudem signalisierten die kränkelnden Frackträger, dass die Weltmeere ebenfalls gefährdet seien, erklärte der Biologe P. Dee Boersma in der Juliausgabe der Zeitschrift "Bioscience".
Kreislauf. In ihrer Studie brachten die Wissenschafter der Universität von Washington den Rückgang der Pinguinarten mit dem allgemeinen Befinden der Südsee in Verbindung. "Jetzt sehen wir die Auswirkungen der Erderwärmung und der Umweltverschmutzung in den abgelegensten Winkeln der Welt", schrieb Boersma. Den Untersuchungen zufolge sind zwölf von insgesamt 16 bis 19 Pinguinarten in Gefahr. Drei sind vom Aussterben bedroht, sieben gefährdet, bei zwei weiteren Arten nimmt das Gefährdungsrisiko zu. Vor 15 Jahren waren gerade einmal fünf bis sieben Pinguinarten in Gefahr, teilte die International Union for the Conservation of Nature (IUCN) mit, ein Dachverband von Naturschutzorganisationen.
Zahl geht zurück.
Die Studie untersuchte besonders die weltweit größten Bestände des
Patagonischen Pinguins am Punta Tumbo in Argentinien. Allerdings ging
die Zahl der brütenden Paare seit Ende der 60er Jahre bis 2006 von
400.000 auf 200.000 zurück. Bei den Afrikanischen Pinguinen waren es
einst 1,5 Millionen. Derzeit brüten nur noch 63.000 Paare dieser Art.
Ein Grund für den Rückgang der Pinguine am Punta Tumbo sind
Ölteppiche. Die Atlantikküsten von Argentinien, Brasilien und Uruguay
werden regelmäßig von Ölteppichen verschmutzt, was den Tieren ihre
Nahrungsquelle nimmt.
Nahrungssuche erschwert.
Adeliepinguine müssen vor allem mit der Erderwärmung im Westen der
Antarktis kämpfen. Dies bereite massive Probleme bei der
Nahrungssuche, sagte der Biologe und Tierschützer Phil Trathan.
Galapagospinguinen macht das El-Nino-Phänomen zu schaffen: Da das
Wasser auf den Galapagosinseln zu warm geworden sei, müssten die
Frackträger auf der Suche nach Nahrung weiter reisen als bisher,
sagte Boersma. Oftmals verlassen sie dafür ihre Jungen. Nur einige
Pinguinarten wie die Königspinguine vermehren sich weiterhin.
Features
Bedrohung
Die große Schmelze im hohen Norden findet in einem brutalen Tempo statt, viel schneller als vom Weltklimarat IPCC vorhergesagt. Dessen Experten hatten in ihrem Bericht geschrieben, die Arktis werde "im späteren Teil des 21. Jahrhunderts" eisfrei sein.
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