Walfang: Japan signalisiert tatsächlich Bereitschaft
Gibt es tatsächlich eine Hoffnung für die größten Säuger der Welt? Auf der aktuellen Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission will man die jahrelangen scharfen Auseinandersetzungen hinter sich lassen.

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Die Hoffnung auf einen Kompromiss zwischen Anhängern und Gegner des Walfangs bestimmt die Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission (IWC). Mitglieder erklärten vor Beginn des Treffens am Montag in Santiago, sie wollten die scharfen Auseinandersetzungen der vergangenen Jahre hinter sich lassen. Neben Verhandlungen über Fangquoten stand auch die Einrichtung eines südatlantischen Walschutzgebietes auf der Agenda.
Harte Auseinandersetzungen.
"Die Mitglieder sind seit Jahren gespalten und die Treffen waren
von Konfrontationen gekennzeichnet", sagte der Leiter der
neuseeländischen Delegation, Steve Chadwick. "Wenn wir einen Schutz
für die Wale erreichen wollen, muss die Kommission die bestehende
Blockade zwischen Anhängern und Gegner des Walfangs brechen." Seit
1986 gilt weltweit ein Moratorium für den kommerziellen Walfang.
Einige Länder wie Japan erlegen dennoch jedes Jahr hunderte Wale
unter Verweis auf Forschungszwecke.
Lenkt Japan ein?
Vor der Konferenz in Santiago erklärte Japan, es sei zu
Zugeständnissen bereit. So wolle man über die Zahl der jährlich
getöteten Wale verhandeln und Beobachter aus dem Ausland zulassen.
Gleichzeitig dürfen aber Walfanggegner wie Australien und die USA
keine strittigen Vorschläge machen, die den Konflikt verschärfen
könnten, sagte der japanische Delegationsleiter Joji Morishita.
Aus Kreisen von Walschutzorganisationen verlautete, ein Kompromiss
sei in Arbeit. Dieser sehe vor, dass Japan vor seiner eigenen Küste
Wale jagen dürfe, wenn es zusage, keine Tiere in internationalen
Gewässern zu töten.
Hohe symbolische Bedeutung.
Die IWC hatte 1982 ein 1986 in Kraft getretenes Verbot des
kommerziellen Walfangs verhängt. Japan nutzt jedoch seither den
weiter erlaubten Walfang zu wissenschaftlichen Zwecken, um mehr als
1.000 Wale pro Jahr zu töten. Für Japan, das auf Lebensmittelimporte
angewiesen ist, hat der Walfang eine hohe symbolische Bedeutung, weil
er für den ungehinderten Zugang zum Meer als Quelle für
Nahrungsmittel steht.
Features
Fakten
Die Konferenz, die bis Freitag dauert, berät auch über andere
Bedrohungen für die Wale. So soll es auch um die Verschmutzung der
Meere, die Fischerei, militärische Ortungs-
geräte und den Klimawandel
gehen. Brasilien und Argentinien wollen die IWC auffordern, der
Einrichtung einer Schutzzone im Südatlantik zuzustimmen. Chile will
vor seiner Küste ebenfalls eine Schutzzone schaffen.













