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Zuletzt aktualisiert: 23.06.2008 um 13:48 UhrKommentare

Walfang: Japan signalisiert tatsächlich Bereitschaft

Gibt es tatsächlich eine Hoffnung für die größten Säuger der Welt? Auf der aktuellen Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission will man die jahrelangen scharfen Auseinandersetzungen hinter sich lassen.

Foto © Reuters

Die Hoffnung auf einen Kompromiss zwischen Anhängern und Gegner des Walfangs bestimmt die Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission (IWC). Mitglieder erklärten vor Beginn des Treffens am Montag in Santiago, sie wollten die scharfen Auseinandersetzungen der vergangenen Jahre hinter sich lassen. Neben Verhandlungen über Fangquoten stand auch die Einrichtung eines südatlantischen Walschutzgebietes auf der Agenda.

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Foto vergrößernJapan gehört zu den größten WalfangnationenFoto © APA

Harte Auseinandersetzungen. "Die Mitglieder sind seit Jahren gespalten und die Treffen waren von Konfrontationen gekennzeichnet", sagte der Leiter der neuseeländischen Delegation, Steve Chadwick. "Wenn wir einen Schutz für die Wale erreichen wollen, muss die Kommission die bestehende Blockade zwischen Anhängern und Gegner des Walfangs brechen." Seit 1986 gilt weltweit ein Moratorium für den kommerziellen Walfang. Einige Länder wie Japan erlegen dennoch jedes Jahr hunderte Wale unter Verweis auf Forschungszwecke.

Lenkt Japan ein? Vor der Konferenz in Santiago erklärte Japan, es sei zu Zugeständnissen bereit. So wolle man über die Zahl der jährlich getöteten Wale verhandeln und Beobachter aus dem Ausland zulassen. Gleichzeitig dürfen aber Walfanggegner wie Australien und die USA keine strittigen Vorschläge machen, die den Konflikt verschärfen könnten, sagte der japanische Delegationsleiter Joji Morishita. Aus Kreisen von Walschutzorganisationen verlautete, ein Kompromiss sei in Arbeit. Dieser sehe vor, dass Japan vor seiner eigenen Küste Wale jagen dürfe, wenn es zusage, keine Tiere in internationalen Gewässern zu töten.

Hohe symbolische Bedeutung. Die IWC hatte 1982 ein 1986 in Kraft getretenes Verbot des kommerziellen Walfangs verhängt. Japan nutzt jedoch seither den weiter erlaubten Walfang zu wissenschaftlichen Zwecken, um mehr als 1.000 Wale pro Jahr zu töten. Für Japan, das auf Lebensmittelimporte angewiesen ist, hat der Walfang eine hohe symbolische Bedeutung, weil er für den ungehinderten Zugang zum Meer als Quelle für Nahrungsmittel steht.


Fakten

Die Konferenz, die bis Freitag dauert, berät auch über andere Bedrohungen für die Wale. So soll es auch um die Verschmutzung der Meere, die Fischerei, militärische Ortungs-
geräte
und den Klimawandel gehen. Brasilien und Argentinien wollen die IWC auffordern, der Einrichtung einer Schutzzone im Südatlantik zuzustimmen. Chile will vor seiner Küste ebenfalls eine Schutzzone schaffen.

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