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Zuletzt aktualisiert: 17.08.2012 um 11:17 UhrKommentare

Bad Ischl: Wo der Kaiser den Sommer genoss

Das Buch "Bad Ischl - K. u. k. Sehnsuchtsort im Salzkammergut" macht Lust, es Kaiser Franz Joseph gleichzutun und zur Sommerfrische in den Kurort aufzubrechen. Was der Adel einst sehr geschätzt hat, wird wohl auch das gemeine Volk begeistern.

Die Kaiservilla

Foto © www.flickr.comDie Kaiservilla

Ein eleganter Kurort mit ausgedehnten Promenaden und Esplanaden, Kaffeehäusern und Theatern, wo sich die feine Wiener Gesellschaft jeden Sommer ein Stelldichein mit Aristokraten und Potentaten, Dichtern und Künstlern, Schauspielern und Komponisten gab – dafür stand Bad Ischl wie kein zweiter Ort. Wie das kleine Bad Ischl zum Zentrum des gesellschaftlichen Lebens während der Sommerfrische in der Habsburgermonarchie aufstieg, beschreibt Johannes Sachslehner in seinem neuen Buch.

Das "liebe Ischl"

Es waren Erzherzog Franz Karl, der Vater Kaiser Franz Josephs, und seine Gattin Sophie, die die Heilkraft der Ischler Badekuren Anfang des 19. Jahrhunderts entdeckten. Später blieb die kaiserliche Familie dem kleinen "Salzflecken" treu. Zum Mittelpunkt der habsburgischen Sommerfrische machte aber erst Kaiser Franz Joseph den Ort, an dem er Sisi kennen lernte. Durch den Kaiser erlebte das "liebe Ischl" einen ungeheuren Aufschwung: nicht nur Hotels und Pensionen wurden gebaut, sondern auch Promenaden, Esplanaden und auch Radparcours. Bad Ischl entwickelte sich in der Kaiserzeit zum Zentrum des Radsports.

Fotoserie: Bad Ischl - wo der Kaiser urlaubte

Johannes Sachslehner zeichnet die Geschichte Bad Ischls in vielen interessanten und teilweise unbekannten Details nach. Er spannt dabei einen Bogen vom Mythos des Sehnsuchtsorts Ischl bis zum tragischen Schicksalsort: In der Kaiservilla wurde der Krieg gegen Serbien und damit der erste Weltkrieg beschlossen.

Über 120 Abbildungen gewähren Einblicke in die bekannte und beliebte Sommerresidenz der Habsburgermonarchie und illustrieren das Leben zur damaligen Zeit. Das Buch spart auch nicht mit dem einen oder anderen pikanten Detail zu den Zeitgenossen. So werden zum Beispiel die amourösen Abenteuer des Dichters Arthur Schnitzler, des beliebten Schauspielers Alexander Girardi sowie der Kaiserfreundin und Schauspielerin Katharina Schratt erwähnt.

Das Buch zeichnet ein faszinierendes Bild der Kaiserzeit und macht Lust, sich auf Spurensuche zu begeben und das eine oder andere Überbleibsel der glanzvollen Zeit zu entdecken. Der Besuch der ehrwürdigen Kaiservilla stellt dabei sicher einen der Höhepunkte dar, den man sich bei einem Ischl-Besuch nicht entgehen lassen sollte.


Der Autor

Johannes Sachslehner, geboren 1957 in Scheibbs, studierte an der Universität Wien Germanistik und Geschichte (Dr. phil.) und unterrichtete von 1982 bis 1985 an der Jagiellonen-Universität Krakau als Gastlektor für deutsche Sprache und Literatur, danach im Archiv- und Verlagswesen tätig, seit 1989 Verlagslektor. Zahlreiche Publikationen, zuletzt erschienen bei Styria Premium seine beiden Bände über die "Schicksalsorte Österreichs" und "Schicksalsorte des Sports" sowie bei Pichler "Anno 1683. Die Türken vor Wien".

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