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    Zuletzt aktualisiert: 04.10.2007 um 15:28 Uhr

    Fragestunde mit Monsieur Julien

    Von wegen Stille Tage in Clichy! Eine Städtereise mit einem Kind ist alles andere als ein Kinderspiel. Notizen aus Paris.

    Paris wie es leibt und lebt

    Foto © www.pixelio.de / memephotoParis wie es leibt und lebt

    Die ganze Chose begann so: Monsieur Julien, 11, schälte sich eines Morgens aus der Tuchent, grummelte sich an den Frühstückstisch, blickte mich kurz an und schleuderte mir dann empört ins noch nachtschwere Gesicht: "Papa, es ist eine Schande, ich war noch nie in Paris!" Würde er das Wort kennen, hätte er vermutlich noch nachgesetzt: "Merde!"

    Erinnerungen. Die Erinnerung geht mit mir flanieren. Stille Tage in Clichy, laute Nächte am Montmartre. Pastis in St. Germain des Pres getrunken, Henry Miller am Place des Vosges gelesen, Jim Morrison am Friedhof von Pere Lachaise besucht. Das Lächeln von Mona Lisa, die Tränen von Michelle. Was bloß aus ihr geworden ist? Aus Michelle, meine ich. Monsieur Julien will vermutlich nach Euro-Disney. "Schmarrn", sagt er. "Zeig mir die Stadt, Papa!" Alors.

    Eiffelturm. "Paris riecht gut", befindet Monsieur Julien, der Städte nur dann schmecken kann, wenn sie gut riechen. "Die Pariser, die konnten den Eiffelturm übrigens zuerst überhaupt nicht ausstehen", doziere ich vor dem Fuße des eben erst blank polierten Wahrzeichens Nr. 1 - und lege ein wohlvorbereitetes Anekdötchen nach. "Ein gewisser Franz Reichfeld, ein Österreicher, wollte hier 1912 seine Erfindung, einen Fallschirmanzug ausprobieren. Den Sprung von der ersten Plattform hat er leider nicht überlebt."

    Triumphbogen. "Was für ein Riesending!" Julien renkt sich vor dem Triumphbogen fast den Hals aus. - "Es ist vermutlich so groß, weil der Mann, der es bauen ließ, so klein war. "Wie hieß er?" "Napoleon." "Der Typ von Waterloo?" "Hey, du kennst doch nicht nur Campino! Auf den Tafeln ganz oben ließ Napoleon übrigens alle seine Schlachten eingravieren. Waterloo wirst du dort vergeblich suchen."

    Montmartre. Die Place du Tertre auf dem Montmartre hat sich trotz Touristeninvasion einen Rest von Charme bewahrt. "Früher haben hier berühmte Maler gelebt." "Früher?" "Heute kann es sich niemand mehr leisten." "Wie heißt eigentlich diese Zuckerbäcker-Kirche da vorne?" "Sacre Coeur. Den Parisern hat die Basilika, als sie endlich fertig war, überhaupt nicht gefallen." "Das sind aber Raunzer."

    Centre Pompidou. Der multikulturelle Schmelztopf von Paris brodelt vor dem Centre Pompidou am heftigsten, buntesten, schrillsten. "Wer ist der Kerl auf dem Plakat?" "Beckett." "Was hat er gemacht?" "Auf Godot gewartet." "Und worauf wartest du?" "Darauf, dass du mir sagst, wie dir Paris gefällt." "Coole Stadt. Ich komme eines Tages wieder." "Und dann gehst du nach Clichy." "Was ist das?" "Ach, vergiss es."

    BERND MELICHAR

    Wissenswert

    Ein Spezialist für Städtereisen ist Ruefa. Aktuelle Angebote: Tagesflug nach Paris ab 99 Euro. Paris mit Air Berlin & Flyniki ab 279 Euro für drei Nächte in einem Mittelklassehotel.
    Reisezeit: Das ganze Jahr über. Besonders schön im Herbst und Frühling.

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