Mit Pflastern gegen "Montezumas Rache"
Mithilfe eines Pflasters werden Durchfall auslösende Gifte über die Haut entzogen.

Foto © www.iomai.comDie US-Firma Iomai entwickelt Pflaster gegen Durchfall
Ein einfaches Pflaster könnte Reisende in
aller Welt künftig vor den gefürchteten Durchfall-Erkrankungen
schützen. Der US-Medikamentenhersteller Iomai stellte am Mittwoch auf
einer internationalen Medizinerkonferenz in Chicago ein mit einem
Präparat getränktes Pflaster vor, das die Diarrhöe auslösenden Gifte
über die Haut entzieht und dem Touristen "Montezumas Rache" erspart.
Hohe Erfolgsquote. Nur Von 59 Testpersonen, die das Pflaster auf Reisen in Mexiko und
Guatemala probiert hätten, seien nur drei an Durchfall erkrankt,
sagte Herbert DuPont von der Universität Texas, der die Studie
leitete. Bei diesen seien die Symptome zudem schwächer ausgeprägt
gewesen.
Segen für 20 Millionen Touristen. Rund 20 Millionen Touristen jährlich erkranken unterwegs an
Durchfall. Auslöser der Krankheit sind Giftstoffe, die von dem
Bakterium E. coli im Körper freigesetzt werden. Besonders häufig sind
die Erkrankungen in Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas. Das
medizinische Pflaster könnte auch in armen Ländern hilfreich sein, wo
nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) jährlich 380.000
Menschen in Folge von Durchfallerkrankungen sterben.
Weitere klinische Tests nötig. Nach Angaben der
Pharmafirma sind vor einer Markteinführung des Pflasters jedoch noch
weitere klinische Tests nötig. Diese sollen 2008 beginnen.
Features
Hygiene im Urlaub
Pflaster statt Nadel
Der US-Medikamtentenher-
steller Iomai ist auch mit der Entwicklung von Impfungen in Form von Plastergaben beschäftigt. Die gefürchtete Nadel könnte bald der Vergangenheit angehören.










