ESA sucht Freiwillige für Mars-Testmission
Die Testpersonen werden in einem Raumschiff-Nachbau auf der Erde vollkommen abgeschottet 520 Tage lang leben.

Foto © ORFLust auf Mars-Feeling? Schnell bewerben oder "Red Planet" am 24. Juli in ORF 1 schauen ...
Europas Raumfahrtagentur ESA sucht ein
Dutzend furchtlose Zeitgenossen, die sich in bis zu 520 Tage langen
Tests unter fast echten Bedingungen auf eine simulierte Raum-Reise
zum Mars begeben wollen. Bei der Luftfahrtmesse in Le Bourget bei
Paris rief die ESA am Dienstag Bewerber auf, sich für den zu den
anspruchsvollsten Experimenten der Raumfahrtgeschichte zählenden
Versuch zu melden.
Fakten
Die Meldefrist läuft bis zum 30. September. Die Tests sollen dann Mitte kommenden Jahres in einer Moskauer Vorstadt anlaufen.
120 Euro pro Tag. Wer sich bei dem gemeinsam mit russischen Partnern ausgeführten
Langzeit-Test in einen Raumschiff-Nachbau einsperren lässt, soll
dafür 120 Euro am Tag bekommen, wie ESA-Forscher Marc Heppener sagte.
Hin- und Rückreise bis zum Mars dauern fast zwei Jahre. In dieser
Zeit seien Frauen und Männer an Bord eines bemannten Raumschiffs auf
sich selbst gestellt, betonte die ESA.
Psyche vor Körper. Die Freiwilligen für die Hauptstudie und für ein bis zwei jeweils 105-tägige Vorstudien würden "nach ähnlichen Kriterien ausgewählt,
wie sie beim Auswahlverfahren für ESA-Astronauten gelten", betonte
die Raumfahrtagentur. Allerdings liege diesmal "mehr Gewicht auf
psychologischen Faktoren und Widerstandsfähigkeit gegen Stress als
auf körperlicher Fitness".
Abgeschottet von der Außenwelt, müssen sich die Teilnehmer in 200
Quadratmeter großen Metalltanks voller High-Tech-Gerätschaften
eineinhalb Jahre lang vertragen und eine Reihe psychologischer wie
technischer Herausforderungen meistern. Geplant sind bei dem Test simulierte Notfälle. Auch echte Notfälle oder Erkrankungen sind natürlich nicht ausgeschlossen. Als zusätzliche
Schwierigkeit kommen Verzögerungen von bis zu 40 Minuten bei der
Kommunikation zur "Bodenstation" hinzu. Unter den Testteilnehmern
soll sich mindestens ein Arzt befinden, zudem Ingenieure und
Wissenschafter.
Features
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Unwirtliche Bedingungen am MarsFoto © AP










