Zurück in die Höhlen
Vom "Schandfleck" zur begehrten Immobilie. Der Film "Die Passion Christi" hat für die touristische Auferstehung von Matera gesorgt.

Foto © www.casadimperio.itDas idyllische Matera
Dieser Signor Postino hat's wirklich nicht leicht hier. Die weiß getünchten Tuffsteinhäuschen schmiegen sich so eng aneinander, dass kaum Platz für Straßen bleibt. Und so hüpft der brave Briefträger ganz schön oft von seiner brummenden Vespa, stellt die Maschine mit einem Ruck ab, schnappt sich den Packen Briefe und trägt sie aus. Wobei das Austragen hier in den "Sassi di Matera", einem Höhlendorf in der süditalienischen Region Basilikata, wirklich noch wörtlich zu nehmen ist: zig Stufen, die meisten ziemlich steil, sind oft der einzige Zugang zu den Einwohnern in den Sassi.
Gut und weniger gut. Die Menschen, die sich in der Grevina-Schlucht ansiedelten, durchlebten schon gute und weniger gute Zeiten. "Spiegel des gestirnten Himmels" ätzten Chronisten schon im Mittelalter über die Höhlensiedlung, die in den Fünfzigern des 20. Jahrhunderts sogar zum "nationalen Schandfleck" erklärt wurde. Der Schriftsteller Carlo Levi verhalf den Sassi in Matera mit seinem autobiografischen Buch "Christus kam nur bis Eboli" (1945) zu großer Popularität. Darin schilderte er die katastrophalen Bedingungen, unter denen die Menschen hier hausten: tief im Felsen, mit Hühnern und anderem Getier, ohne Toiletten, ohne Strom.
Features
Fakten
Wohnen. Schlafen in restaurierten Sassi, DZ ab 80 Euro
www.casadimperio.it
Nachlese. Überblick zu Drehorten und Geschichte.
www.sassiweb.it
Tourismusbüro Matera: Tel. +39 (0) 83 53 31 983
www.enit.it










