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Zuletzt aktualisiert: 06.12.2012 um 10:33 UhrKommentare

Öko-Steuerschock auf Mallorca

Auf der auch bei Österreichern beliebten Ferieninsel Mallorca droht der Aufstand. Denn die Insel-Regierung will aus Geldmangel viele Steuern erhöhen.

Port de Soller

Foto © Fotolia / chiliflowPort de Soller

Die Urlaubskosten auf der spanischen Mittelmeerinsel Mallorca dürften 2013 deutlich steigen. Dann nämlich sollen eine neue Mietwagensteuer sowie eine Wassersteuer für Großverbraucher wie Poolbesitzer, Golfplätze und Hotels, eine Ökosteuer für Supermärkte auf der grünen Wiese und auch noch eine Verpackungssteuer für Getränke eingeführt werden. Die Höhe der Abgaben steht noch nicht fest.

Urlaubsindustrie und Handel laufen Sturm gegen die "grüne Steuerreform", zumal schon höhere Flughafensteuern und gestiegene Mehrwertsteuern die Geschäfte erschweren. Finanzminister Josep Ignasi Aguilo rechtfertigte hingegen die neuen Abgaben mit der "Verteidigung von umweltpolitischen Werten". Jedes Jahr verbringen rund zwölf Millionen Urlauber ihre Ferien auf den Balearen, zu denen neben Mallorca auch Ibiza, Menorca und Formentera gehören.

Das Benzin ist auf Mallorca bereits ebenfalls teurer als etwa in der spanischen Hauptstadt Madrid, auf jeden Liter Inseltreibstoff wird ein "Notopfer" von 4,8 Cent aufgeschlagen, um das defizitäre öffentliche Gesundheitssystem zu finanzieren. Weil auch das nicht reicht, um die Löcher in der Inselkasse zu stopfen, wird auf Mallorca immer mehr an der Steuerschraube gedreht.

Die dramatische Finanzlage spiegelt sich darin, dass die Balearen mangels Geld sogar den nationalen Rettungsfonds des spanischen Staates um 355 Millionen Euro anpumpen mussten, um Gehälter und Rechnungen bezahlen zu können.

Eine Misere, zu der übrigens nicht nur der große Immobiliencrash beigetragen hat, der die Steuereinnahmen reduzierte, sondern auch Misswirtschaft und Verschwendung, wie etwa der Bau einer heute kaum genutzten U-Bahn in der Inselhauptstadt Palma. Und weitverbreitete Korruption, bei welcher der frühere Balearen-Regierungschef Jaume Matas mitmischte - Matas wurde zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Und sogar die Herzöge von Palma, Königstochter Cristina und Ehemann Inaki Urdangarin, stehen unter Verdacht, sich mit öffentlichen Geldern illegal bereichert zu haben.


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