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Zuletzt aktualisiert: 06.12.2012 um 13:20 UhrKommentare

Aufstiegsglück und Pulverfreuden

Powder, Firn, Frühlingssulz - Schnee hat viele Gesichter. Schitourengeher kennen sie alle: Selten erlebt man Natur so intensiv wie beim Tourengehen.

Foto © Fotolia.com/Stephan Baur

Der Schnee knirscht unter den Schiern, während man Schritt für Schritt den Berg hinaufsteigt. Still breitet sich die winterliche Landschaft vor einem aus - weit weg der lärmende Trubel der präparierten Pisten. Weit weg auch ein Lift, der einen bequem in die Höhe bringt. Aber darauf kommt es Skitourengehern ohnehin nicht an: Ohne schweißtreibenden Aufstieg wäre das Gefühl, es aus eigener Kraft auf den Gipfel geschafft zu haben, nur halb so gut. Für viele ist das Oben-Ankommen der Höhepunkt, für andere kommt der beste Teil erst: die Abfahrt Schwung für Schwung durch den unberührten, glitzernden Schnee. Das ist der Stoff, aus dem die winterlichen Träume von 700.000 Österreichern sind: So viele Schitourengeher sind nach Schätzungen des Alpenvereins in den Bergen unterwegs. Nicht alle jedoch zieht es ins freie Gelände, etwa 80.000 "Pistengeher" gehen ihre Routen auf oder in der Nähe von präparierten Pisten.

Skitouren im ungesicherten Gelände sind Ausdauersport inklusive Abenteuer: Denn zu 100 Prozent lässt sich eine Tour nie vorhersehen. Hat man das Gelände richtig eingeschätzt? Hält das Wetter, wie groß ist die Lawinengefahr? Jeder Tourengeher ist Risikomanager und Sportler in einem. "Es ist ein gut beherrschbares Risiko", sagt Gerald Sagmeister, Berg- und Skiführer der "High life Alpinschule" in Klagenfurt. "Man muss die Lawinengefahr berücksichtigen und darf in keine zu steilen Hänge einfahren", rät Sagmeister.

Gute Vorbereitung ist ohnehin Pflicht, bevor man sich Skier und Felle anschnallt. Auch die persönlichen Voraussetzungen müssen stimmen: Blutige Skianfänger haben auf Skitouren genauso wenig verloren wie Sportmuffel: "Für die Abfahrt sollte man zumindest einen Parallelschwung auf der Piste beherrschen", sagt Sagmeister. Grundvoraussetzung ist auch ein Mindestmaß an Kondition - schließlich handelt es sich bei Skitouren um Ausdauersport.

Von den Radstädter Tauern bis zu den julischen Alpen, von den Lienzer Dolomiten bis zu den Seetaler Alpen kann man in herrliche Alpinlandschaften eintauchen - abseits von Massenskifahren und programmierter Hüttengaudi.

JUTTA KALIAN/Alpe Adria Magazin

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