Mini-Las-Vegas in der spanischen "Wüste"
Madrid erhielt den Standort-Zuschlag für ein spektakuläres Freizeitparkprojekt. Das freut Urlauber, ruft aber auch Kritiker auf den Plan.

Foto © APANoch nichts, aber bald ganz viel: Im staubtrockenen Umland Madrids soll es bis 2016 funkeln wie in Las Vegas
Auf welche Art und Weise fällt die Entscheidung um den Standort für einen neuen Glücksspielkomplex? Standesgemäß in einem monatelangen Poker. Das aktuelle Objekt der Begierde: "Eurovegas", die gewaltige auf europäischem Boden geplante Vergnügungslandschaft des US-Milliardärs Sheldon Adelson. Die beiden Spieler: Barcelona und Madrid. Und das bessere Blatt hatte am Ende die spanische Hauptstadt. Die Bauarbeiten für die XXL-Bespaßungsanlage - mit einer anvisierten Fläche rund doppelt so groß wie Gibraltar - sollen so rasch wie möglich in der wüstenartigen Einöde südwestlich der Kapitale beginnen.
Doch woher kommt dieses rege Interesse der zwei größten Städte Spaniens, das Projekt an das eigene Land zu ziehen? Adelson stellt rund 250.000 Jobs in Aussicht - das genügt als Argument, in einem Land mit 25 Prozent Arbeitslosigkeit.
Doch so groß die Freude bei fidelen Vergnügungsparkanhängern und den ob des Zuschlags derzeit ebenso vergnügten Verantwortlichen in Madrid auch sein mag, es gibt auch kritische Stimmen, sogar en masse. Die Quintessenz dieser: Man beute Ressourcen aus, um eine Fabrik für Spielsüchtige zu schaffen. Zudem gestehe man dem US-Milliardär unhaltbare Sonderkonditionen zu, etwa in steuerlicher Hinsicht oder in Bezug auf das hart erkämpfte Rauchverbot.
Features
Wissenswert
Der XXL-Vergnügungspark "Eurovegas" wird laut ersten Planungen über zwölf Hotelkomplexe mit rund 36.000 Zimmern, sechs Kasinos inklusive 1065 Roulette- tischen sowie 18.000 Spiel-automaten, neun Theater und ein 15.000 Besucher fassendes Stadion verfügen.
Das Mini-Las-Vegas entsteht auf einem 800 Hektar großen Gelände rund 13 Kilometer südwestlich von Madrid.
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Bild vergrößernDa hilft das ganze Demonstrieren nichts: Der Bau von "Eurovegas" ist fixFoto © Reuters










