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Zuletzt aktualisiert: 07.09.2012 um 20:34 UhrKommentare

Nur nicht spazieren in Dubai

Dubai zu Fuß zu erkunden ist keine gute Idee. Dafür birgt der öffentliche Verkehr einige erfreuliche Überraschungen.

Foto © Fotolia / marrfa

"Ohne Taxi oder gar zu Fuß sollten Sie Dubai nicht erobern! Autofahrer rechnen nicht mit Fußgängern und wenn jemand hier überfahren wird, dann sind es Touristen", warnt Reiseleiter Saheed. Ungläubig - und reichlich naiv - werden seine Hinweise in den Wind geschlagen und auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft. Ein paar quietschende Reifen und Hupkonzerte später weiß man, wie Saheed das gemeint haben könnte: Kaum Gehsteige und ebenso wenige Fußgängerampeln wie Hinweisschilder machen den Weg zur U-Bahn-Station, benannt nach Burj Khalifa, dem mit 828 Metern höchsten Gebäude der Welt, zur Odyssee. Eine Stunde benötigt ein Planloser zum Zug, der letztendlich nur wenige Hundert Meter entfernt von dem monströsen Turm einfährt.

Dubai bleibt eine Autostadt

In der Metropole in den Vereinigten Arabischen Emiraten kommen auf 1,8 Millionen Einwohner über eine Million Fahrzeuge. Angekommen in der 2009 eröffneten Metro Dubai ist das Staunen angesichts der Disziplin groß: kein Gedränge, keine Pöbeleien, aber auch keine Fahrer. Die zwei Linien sind mit ihren 76 Kilometern der Welt größtes fahrerloses Bahnsystem. Makellos sind auch die Stationen, auf deren Böden getrost ein Picknick stattfinden könnte, so gepflegt sind die Fliesen - und das, obwohl nicht alle paar Meter ein Abfalleimer wartet. Auf dem Weg in die Altstadt, der einzige Teil Dubais, dem noch ein orientalischer Charme innewohnt, gilt es, in den Bus umzusteigen und das klimatisierte Wartehäuschen hat seinen Grund: Noch liegt die Durchschnittstemperatur bei 30 Grad, erst zwischen Oktober und Mai ist das Klima von angenehmerer Wärme. Dass es in der U-Bahn aufgrund der Geruchsbelästigung strikt verboten ist, Fisch zu transportieren, leuchtet ein. Bushaltestellen mit Raumduft zu bestäuben erscheint dann doch etwas übertrieben.

Fotoserie: Dubai nimmt den Himmel ein

Sympathisches Chaos

Im Stadtteil Deira wird der Geruchssinn weit besser bedient: Zimt, Safran, Koriander, Kurkuma sind nur ein Bruchteil der Auswahl, die im Gewürzsouk feilgeboten werden. Das sympathische Chaos zwischen heruntergekommenen Ständen und in allen Sprachen brüllenden Händlern ist ein wunderbarer Kontrast zu jenem Hochglanz-Teil Dubais, wo 150 Wolkenkratzer in den Himmel ragen. Mit den Verkäufern über den Preis nicht zu verhandeln, kommt übrigens fast einer Beleidigung gleich.

Zurück in der U-Bahn, vorbei an Stationen wie "First Gulf Bank" oder "Noor Islamic Bank", wartet am südwestlichen Ende der Stadt der eigentümliche Zwitter Dubai Marina, ein seit 2003 in Bau befindlicher Mix aus - vor allem nachts - eindrucksvollem Jachthafen und zwei Ufermeilen mit rund 50 Hochhäusern auf der einen und einer Restaurantpromenade auf der anderen Seite. In einem Land, wo 80 Prozent der Bewohner aus allen Teilen der Welt stammen, werden alle Geschmäcker bedient. Einzig die arabische Küche versteckt sich in Dubai Marina gut. Zu gut.

Wenn das Hotel in Dubai etwa auf "Palm Jumeirah", einer der künstlich angelegten Inseln im Persischen Golf, liegt, ist die Reise mit öffentlichen Verkehrsmitteln vorerst beendet. Dorthin geht es nur mit dem Taxi. Saheed hatte vollkommen recht.

Fotoserie: Königlich übernachten im "Burj al Arab"

Palm Jumeirah

Maßlose Untertreibung auf der künstlich angelegten Insel "Palm Jumeirah". Das "Jumeirah Zabeel Saray" ist kein Hotel, sondern ein Palast im orientalischen Stil, der keine Wünsche offen lässt. Großzügige Zimmer (nur die Badewanne ist größer als der Flatscreen), hoteleigener Strand und mit 8000 Quadratmetern ein gewaltiger Spa-Bereich. Das Personal ist freundlich und aufmerksam, die Küche so vielseitig, dass selbst arabische Köstlichkeiten aufgetischt werden (eine Seltenheit in Dubai). Allerdings ist die Innenstadt 30 Minuten entfernt (per Taxi).

Ras al Khaimah

Im Gegensatz zu den geschäftigen Emiraten Dubai und Abu Dhabi dominiert in Ras Al Khaimah, am Ostzipfel der Arabischen Halbinsel, beschauliche Ruhe. Wer den Persischen Golf nicht direkt vor dem Hotel braucht, dem ist das "Banyan Tree Al Wadi" zu empfehlen. Das Wüstenresort mit seinem 60 Hektar großen Naturreservat liegt 33 Kilometer im Landesinneren. Aufs Schwimmen muss dort niemand verzichten. Dafür gibt es die Spa-Landschaft sowie einen Pool auf der Terrasse jedes Zimmers, genannt "Villa". Ideal für frisch Verliebte, weil ringsum ist nur Sand. Flüchten ist quasi unmöglich.

CHRISTOPH STEINER

Wissenswert

RSD Reisen hat aktuell fünf Reisepakete für die Vereinigten Arabischen Emirate im Angebot.

Auf den jeweils achttägigen Trips besuchen Sie entweder "nur" Dubai, Sharjah und Dubai oder Sharjah und Abu Dhabi.

Untergebracht ist man in 5-Sterne-Hotels, ab 1499 Euro (inkl. Flug).

Emirates fliegt 13 Mal pro Woche von Wien nach Dubai, derzeit ab 455 Euro pro Person (Economy).

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