Menorca: Kleine Schwester Sehnsucht
Menorca ist die kleinere (und leisere) Schwester von Mallorca. Mit zahllosen Traumbuchten, malerischen Städtchen, Rundumservice für Aktivurlauber und ganz besonderen Schuhen. Entspannung garantiert. Sehnsucht auch.

Foto © Spanisches FremdenverkehrsamtCala Mitjana
Mascarò. In unseren Kleinbus, irgendwo zwischen den sanften Hügeln Menorcas, hat sich ein Wort verirrt. Mascarò? Ein spanischer Karneval? Nur jetzt nicht unwissend wirken. Die weiblichen Mitglieder der Reisegruppe bekommen glänzende Augen. Kein Zweifel, die wissen was. Aus enthusiastischem Gemurmel schält sich das nächste Schlagwort: "Pretty Ballerina". Also doch Karneval? Egal, noch hat keiner Verdacht geschöpft. Ob wir wussten, dass Jaime Mascarò, der weltbekannte Schuhdesigner aus Menorca (aha!), die Brautjungfern der Hochzeit von Prinz William und Kate Middleton ausgestattet hat? Wir wussten nicht, aber das sagen wir keinem. Sachdienlicher Hinweis für Nicht-Royalisten: Kate Middleton war die mit der kleinen Schwester. Pippa, die fast so viele Schlagzeilen bekam, wie die Hochzeit selbst.
Apropos kleine Schwester: Als solche, nämlich jene von Mallorca, wird Menorca gerne bezeichnet. Durchaus nicht unpassend. Mallorca, liebste Urlaubsinsel der Deutschen, ist in Sichtweite. Na ja, zumindest an klaren Tagen.
Bucht der Verliebten
Immer noch als Geheimtipp gehandelt, muss sich "Die Kleinere" (auf Spanisch: Menorca) beileibe nicht verstecken. 50 Kilometer lang und 16 Kilometer breit, bietet Menorca alles, was einen Urlaub unvergesslich macht. Traumhafte Buchten in allen Größen - von der Calo es Blanc, der Bucht der Verliebten, in der nur ein Pärchen bequem Platz findet, über die fast karibische Cala Macarelletta, die mit einem Werbespot für spanisches Bier zu nationaler Berühmtheit gelangte, bis zu den großen, touristischeren Stränden der Cala Galdana im Süden der Insel.
Zumindest Turnschuhe sollte man schon im Gepäck haben. Menorca ist eine Schönheit, aber sie will erobert werden. Auch die tollsten Buchten liegen ein wenig abseits. Dafür warten traumhafte Sandstrände, kristallklares Wasser und wenig Konventionen. Bikini, oben ohne oder textilfrei, alles geht stressfrei nebeneinander. Infrastruktur gibt es an den kleinen Buchten meist nicht, daher: Picknickkorb nicht vergessen.
Und weil man die Turnschuhe schon dabei hat, sollte man sich eine Tour auf einem der vielen Wanderwege der Insel, die zum Biosphärenreservat erklärt wurde, gönnen. Unbedingt sei ein ortskundiger Führer empfohlen. Einer wie Ralf Freiheit (ja, der heißt wirklich so). Der Deutsche, der seit 25 Jahren auf Menorca lebt, kennt jedes Pflänzchen beim Vornamen, alle Details zu den sehenswerten archäologischen Fundstätten der Insel und außerdem herzzerreißende Liebesgeschichten vom einohrigen Piraten. Ein wandelndes Lexikon. Nein: ein wanderndes.
Den Piraten gab's (angeblich) wirklich. Er versteckte sich in der Cova d'en Xoroi, einer Grotte mitten in der Steilküste. Heute beherbergt die Cova eines der atemberaubendsten Lokale überhaupt. Kleine Bars auf ebensolchen Felsvorsprüngen fürs entspannte Tratscherl, die Hauptgrotte - tagsüber coole Lounge - mutiert nach Sonnenuntergang zum Tanztempel: Flirtfaktor schwindelerregend. Der angesagte Treibstoff für die Höhlen-Party heißt Pomada. Mit Gin (ein Überbleibsel britischer Inselherrschaft) und Zitronenlimonade. Prädikat: gefährlich gut.
Weniger gefährlich, aber ebenso gut ist der Wein aus Menorca. Den gibt's - wie auch die ausgezeichnete menorquinische Küche - in den Restaurants und Bars, die es vor allem in den urgemütlichen Gassen von Mahón und Ciutadella zu entdecken gilt.
Features
Urlaub auf Menorca
Anbieter. Dertour, TUI und Spanienspezialist Siesta Reisen haben Menorca im Programm.
Flüge. Fly Niki fliegt donnerstags nonstop Wien-Mahón und zweimal pro Woche über Palma.
Info. Wissenswertes gibt es beim Spanischen Fremden- verkehrsamt.











