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    Zuletzt aktualisiert: 12.04.2012 um 16:13 UhrKommentare

    Spektakulär gelegener "Adlerhorst" Marvao

    Marcao

    Foto © Fotolia / Inacio PiresMarcao

    Schmale gewundene Gässchen, die blendend weiße, geduckte Häuser säumen, umrahmt von einer vollständig erhaltenen Stadtmauer, und über allem thront eine aus 1299 stammende Trutzburg: Marvao, wegen seiner Lage auf einem 843 Meter hohen Felsplateau mitten im Naturpark Serra de Sao Mamede auch "Adlerhorst" genannt, zählt rund 180 Einwohner und hat ein eigenes Rathaus.

    Die Straße windet sich noch einmal um die Felsen, dann hat man endlich am Kloster Nossa Senhora da Estrela das Stadttor erreicht. Das Mietauto schafft den doch recht steilen Sapoio-Berg spielend. Man kann das schon nur mehr etwa 15 Kilometer von der spanischen Grenze gelegene Kastell aber auch zu Fuß erobern. Die alte, wohl aus dem Mittelalter stammende Straße von Portagem nach Marvao ist heute Wanderern vorbehalten.

    Durch Korkeichenwälder

    Durch Korkeichenwälder und an wildwachsenden Orchideen vorbei führt der teils gepflasterte Weg. Auf dem höchsten Punkt der Gegend inmitten des Naturparks liegt das malerische Kreisstädtchen. Wer schlussendlich noch den Burgfried erklimmt, dem eröffnet sich an klaren Tagen eine einzigartige Aussicht: über den Alentejo mit der Serra de Sao Mamede im Süden und Westen, die Estremadura im benachbarten Spanien bis hin zum Estrela-Gebirge, zu Füßen der Fluss Sever. Nicht umsonst besagt ein portugiesisches Sprichwort, Marvao sei der Ort, wo man "die Rücken der Vögel im Flug sieht".

    Als nächstes könnte der Reisende das nördlich von Marvao gelegenen Castelo de Vide ansteuern, wo man sich gern der Besichtigung der Burg, in der auch ein kleines Museum der Megalithkultur beheimatet ist, und dem ehemaligen Judenviertel mit der ältesten Synagoge Portugals hingibt. Oder einen Abstecher ins Cafe Alentejo einplanen, einer bei Einheimischen beliebten Institution in der gut erhaltenen Altstadt. Das Kaffeehaus ist gut besucht, der wirtschaftlichen Misere zum Trotz: "Im vergangenen Jahr hat man im Restaurant noch 13 Prozent Mehrwertsteuer gezahlt, jetzt sind es 23", hört man leise Klagen hinter wie vor dem Schanktisch. Die Portugiesen, die essen zu gehen als Familientradition hochhalten, belasten solche Maßnahmen zur Reform des unter dem Euro-Schutzschirm stehenden Landes sehr, auch wenn sich so mancher Gastronom bemühe, den Großteil der neuen Steuerlast nicht direkt an die Gäste weiterzugeben.

    Seine einfache Küche mit Brot als Hauptzutat geht denn auch auf die Geschichte des Alentejo als ärmste Region zurück. Die Brotsuppe Acorda, heute als Spezialität gehandelt, besteht tatsächlich aus nicht mehr als Knoblauch, Koriander, Olivenöl und heißem Wasser, dazu geröstete Brotschnitten vom Vortag. "Früher musste ein Schwein ein Jahr lang für eine ganze Familie reichen", berichtet Reiseführerin Olga Correia Miguel. "Heute steht deswegen Fleisch, vor allem Schwein, im Mittelpunkt." Typisch schmackhafte und kalorienreiche Gerichte, wie sie einfache Gaststätten oder Hotels kredenzen, sind etwa Farinheira Frita (in Schmalz frittierte Mehlwurst) als Vorspeise, Schweinekotelett als Hauptgang und eine der süßen Versuchungen wie Filhos, in Fett ausgebackene Krapfen, zum Dessert. Natürlich spielen Meeresfrüchte eine Rolle. Eine beliebte Fischsorte ist der Dornhai, der früher wegen seiner dicken Haut den Transport von der Küste ins Landesinnere besser überstand und bis heute gerne aufgetischt wird.

    Eine Reise durch den Alentejo mutet ohnehin immer wie eine Zeitreise an, vorbei an unzähligen, von ganzjährig bewohnten Storchennestern gekrönten alten Telefonmasten und wogenden Kornfeldern, durch eine strukturschwache, stark von Landwirtschaft geprägte Region, die ihre vielfältigen Reize nicht selbstgefällig vor sich herträgt: Der Alentejo, das Hinterland, will entdeckt werden.


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