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    Zuletzt aktualisiert: 26.01.2012 um 17:15 UhrKommentare

    Einfach nur geradeaus in Kalifornien

    Busreisen sind nur für Pensionisten? Von wegen: Eine Woche eingepfercht im Kleinbus die Weiten des US-Westens erfahren, so viel Staunen für so wenig Geld ist schwer zu bekommen.

    Traumkulisse im Yosemite National Park

    Foto © Nina MüllerTraumkulisse im Yosemite National Park

    Als das definitiv letzte Mal die Schlafsäcke vom Dach fliegen, fällt auch ein großer Batzen Erleichterung mit. Sieben anstrengende Tage liegen hinter uns: 2460 Kilometer Fahrt zu siebzehnt in einem Kleinbus, wenig Schlaf, dafür viel Bier und viel Spaß - und auch viel Arbeit. Wir haben schließlich keine Luxusreise gebucht: Eine Woche "Ultimate California" heißt Übernachten am Campingplatz, Zelte auf- und abbauen, selber kochen, abwaschen, putzen. Urlaub mit erhöhtem Konfliktpotenzial.

    Fotoserie: Im Kleinbus durch Kalifornien

    Treffpunkt: ein Billighotel in Inglewood, Los Angeles. Ein Franzose und sein Mini-Bus warten auf uns - zehn deutsche Au-pair-Mädchen, vier Österreicher, zwei Schweizerinnen. Tourguide Julien verstaut unsere Ruck- und Schlafsäcke auf dem Busdach, lässt uns einsteigen, versucht, einige Regeln klarzustellen, und serviert uns dann erst einmal in Windeseile ein paar Happen L. A.: Je eine halbe Stunde Venice Beach und Rodeo Drive, eine knappe Stunde "Walk of Fame", das muss für den Anfang reichen. Erst dann kann es richtig losgehen, 500 Kilometer lang ist die erste Etappe. Immer geradeaus.

    U2 - who?

    Wir stoppen im Joshua Tree Nationalpark mit seinen beeindruckenden 900 Jahre alten Bäumen. U2, wer war das noch einmal? Am Colorado River wirft Julien unsere Schlafsäcke vom Busdach. Wir fangen sie und beschließen, das muffige Zelt nicht aufzustellen, sondern unter dem Sternenzelt zu schlafen. Jetzt wird klar, woran wir beim Einsteigen noch gezweifelt haben: Diese Reise wird unvergesslich.

    Tag zwei beginnt mit Staunen. Erst über den Anblick des Colorado-Flusses beim Aufwachen, später über die London Bridge in Lake Havasu City (Arizona), die 1967 von der Themse hierher verschifft und wieder aufgebaut wurde. 420 Kilometer weiter haben wir wieder die Münder offen. Und schieben uns Pizza zum Sonnenuntergang am Grand Canyon hinein. Lässt sich aushalten.

    Vegas, Baby!

    Den (optionalen) Helikopterflug am Morgen über die Schlucht aller Schluchten lässt sich kaum jemand entgehen, wir würden gerne noch an diesem magischen Ort bleiben, doch der nächste wartet schon. Heute geht es nach Vegas, Baby! Immer geradeaus, auf der legendären "Route 66" wartet ein weiterer unerwarteter Höhepunkt: Im 450-Seelen-Kaff Seligman lauern im "Snow Cap" Drive-in schon John-Michael und Robert Delgadillo, um uns nicht nur großartige Burger zu servieren, sondern auch nach allen Regeln der Kunst anzuschmieren: Der Senf kommt aus der Scherzflasche, manche werden nach draußen aufs Klo geschickt, um dort ihre Bestellung abzuholen. Um dann von drinnen über den Lautsprecher zu hören: "What the fuck are you doing out there?" Doch nein, wir können uns nicht die Kitsch-Sammlung anschauen, wir müssen weiter, nach Vegas! Dort wartet eine Stretchlimo, die Getränke fließen in Strömen, die Musik ist laut . . . Aber, wie heißt es noch: "Was in Vegas passiert, bleibt in Vegas."

    Verkatert in der Wüste

    Mit einer Katze auf der Zunge, heftigem Pochen im Kopf und verschwommenen Erinnerungen bringen wir am nächsten Tag schlechte Voraussetzungen für eine der längsten (550 km) Fahrten durch eine der unwirtlichsten Gegenden der Welt mit. Es geht durch das faszinierende "Death Valley" mit seinen Sanddünen, Salzkrusten, Vulkankratern - und mit knapp 56,7 Grad Höchsttemperatur nur knapp am Hitze-Weltrekord gescheitert. Nur zwei Autostunden danach: die Sierra Nevada, grün und kühl.

    Noch ein Tag Wunder und Wandern im Yosemite Park, wo man dank amerikanischer Asphaltierwut Berge in Flip-Flops besteigen kann. Einen Tag später werden wir an der Golden Gate Bridge in San Francisco den Wind durch die Haare pfeifen lassen. Und zum letzten Mal die Schlafsäcke fangen, die unser Guide vom Dach wirft. Samt einem großen Batzen Wehmut.

    NINA MÜLLER

    Wissenswert

    Intrepid/Suntrek: "Ultimate California Northbound" ab 900 Euro p. P., exklusive Essen.
    Route: Los Angeles - Joshua Tree National Park - Grand Canyon - Las Vegas - Death Valley - Yosemite NP - San Francisco.

    Alternative: Green Tortoise: "Western Trail", 425 Euro p. P., exkl. Nächtigung und Essen.
    Route: San Francisco - Monterey - Big Sur - Los Angeles - Joshua Tree NP - Las Vegas - San Francisco.

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