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Zuletzt aktualisiert: 22.12.2011 um 17:44 UhrKommentare

Südafrika: Immer dem Rüssel nach

Belagert von hungrigen Elefanten, begrüßt von neugierigen Warzenschweinen und angelockt von der neuen Weinkultur: Südafrika macht nicht nur uns wild.

Foto © AP

Eine seltsame Stille hat sich über den afrikanischen Busch gelegt. Dort, wo in der Nacht Hyänen mit ihrem schaurigen teuflischen Lachen auf Jagd gehen, brennt bei 40 Grad plus die Sonne gnadenlos alle Lebensgeister nieder. Gottseidank gibt es diese Zuflucht in einer Baumkrone, gut zehn Meter über dem Boden. Die Reste unseres Picknicks lassen wir hier, auf der etwa zweieinhalb mal drei Meter großen Plattform achtlos liegen.

Wir thronen jetzt über der Wildnis, nicht einmal 300 Meter von unserer Lodge Garonga und ihren luxuriösen Zelten entfernt. Wenn wir normalerweise gegen sechs Uhr morgens für eine Jeep-Safari geweckt werden, sagt der Ranger "klopfklopf". Damit wir schnell aufstehen und uns das Frühstück vor den Affen holen, die schon darauf lauern.

Fotoserie: Kapstadt: Die Schönheit am Fuß des Tafelbergs

Das Narrenkastl, in das wir jetzt schauen, ist ein Wasserloch, die munteren Affen vom Morgen kauern schlaftrunken in den Bäumen. Was soll hier um diese Zeit schon passieren?

"Du, da kommt ein Elefant."
"Guter Scherz, mein Lieber."
"Ich glaube, da kommt eine Herde auf unseren Baum zu."
"Bitte lass mich in Ruhe."

Wie im Dschungelbuch trotten sie über den Hügel, Rüssel an Hintern. Ein paar recken ihre Rüssel in die Luft, wie Periskope, die für U-Boote die Außenwelt erkunden. Man hört die Dickhäuter kaum, weil um ihre Zehen dicke Polster gewachsen sind, geräuschdämmender als Winnetous bestes Paar Mokassins. Die Herde versammelt sich unterm Baum und ihre Rüssel tanzen unter der Plattform wie vor einem Schlangenbeschwörer. Sie haben unseren Früchtekorb gewittert. Jetzt heißt's: Früchte zudecken, leise sein, staunen, beobachten, hören, das Abenteuer genießen. Wie beim Treffen mit dem Warzenschwein, das jeden Tag vorm Zelt wartet, und den Löwen, Geparden und Nashörnern, unseren Safari-Begleitern. Garonga-Besitzer Bernie, der ab und zu im Sarong auftaucht, hat mit Garonga seinen unprätentiösen Zugang zu Afrikas Abenteuern öffentlich gemacht. Jeder Abend hier ist wie eine leise Privatparty mit einem knappen Dutzend Gäste. Zumindest dann, wenn die Elefanten sie vorher ziehen lassen.

Neue Weinkultur

Aber Südafrika ist nicht nur wild und unbändig wie Bernies Busch. Eine kurze Flugreise von Johannesburg nach Kapstadt und knapp 25 Minuten im Mietauto später: Vor über 300 Jahren wurde hier schon Wein angebaut und die Zeit scheint stehen geblieben zu sein. Stellenbosch heißt der Ankerpunkt, eine Uni-, Wein- und Genussstadt. Im Sommer - wenn bei uns Winter herrscht - zählt man 25 Grad plus Höchsttemperatur. Die Stadt schaut aus wie aus dem Museum gepellt. Kapholländischer sowie viktorianischer Stil, brennend weiße Fassaden, pittoreske, farbenfrohe Gärten, kleine Cafés, fast so wie in Europa. Aber leidenschaftlicher, geschmackvoller und genauso intensiv, wie man den Wein auszubauen versucht. Womit wir wieder beim Thema Rüssel, äähh, Nase wären. In Südafrika reift eine neue Weinkultur heran, das Weingut Asara, 1691 gegründet und von den aktuellen Besitzern wieder zum Erblühen gebracht, ist eines der Referenzprojekte der Region. Ein Zufluchtsort für Entspannungsbedürftige, ein "Ausflugshafen" für Golf- oder Weintouren ins Land.

Wobei man es auch im Asara-Hotel aushalten könnte, samt Weinkeller, exzellenten Restaurants und dem Pool. Der ist zum Untertauchen zu schade, wenn die Sonne sich abends im gleißenden Rot ein letztes Mal aufbäumt und das Land in Dunkelheit zurücklässt. Dann kann man seine Nase tief in ein Weinglas tauchen. Und Südafrika schmecken, riechen, erleben.


Garonga-Safari-Lodge

Die Garonga-Safari-Lodge ist ein exklusives 12-Betten-Safari-Camp (6 Zelte, Haupthaus etc.) im 22.000 Hektar großen Makalali-Naturschutzgebiet im Westen des Krüger-Nationalparks. Über lokale Flughäfen (Hoedspruit/mit Auto etc. gut erreichbar); Täglich mehrere Jeep-Ausflüge, Walking-Bush-Safaris etc. Gekocht wird exzellent und lokal. Extras Wellness/Massagen etc.; Ab 253 Euro/pP/Nacht inkl. VP/Safari etc.;

Asara-Weingut

Das Asara-Weingut liegt 25 Minuten östlich vom Flughafen Kapstadt entfernt - und mitten in einer der schönsten Wein- und Genussregionen Südafrikas. Das Hotel (5 Sterne) bietet 36 Zimmer, drei Restaurants, Zigarren-Bar, Weinkeller, Wein-Verkostungen, Golfspecials etc .; Preis: ab 131 Euro pP inkl. Frühstück.

Buchungen

Steiermark: Ruefa Lounge, Hauptplatz 14, 8011 Graz; Tel. (0 31 6) 82 64 56; E-Mail: 28010@ruefa.at; Kärnten: Ruefa Reisen, Neuer Platz 2, 9020 Klagenfurt; Tel. (0 46 3) 56 400; E-Mail: 19010@ruefa.at

Noch mehr Südafrika

Kapstadt: Das "House on the Hill" wird von einer Deutschen geführt, einfache Zimmer und Frühstück vom Feinkostladen gibt's ab 37 Euro (Doppelzimmer). www.houseonthehill.co.za

Hermanus: Das "Hermanus Backpackers" liegt in Hafennähe, wo die Boote zum "Waleschauen" starten. Touren können im Backpackers gebucht werden, abends gibt's Barbecue. Doppelzimmer ab 28 Euro. www.hermanusbackpackers.co.za

Knysna: Das "Island Vibe" bietet Terrassenblick auf die Lagune für 28 Euro (Doppelzimmer). www.islandvibe.co.za

Kruger National Park: Buchungen für alle Camps über www.sanparks.org Im Safarizelt (37 Euro) im Camp "Crocodile Bridge" kommt Wildnisstimmung auf. Das Camp "Olifants" bietet einen traumhaften Blick über den Nationalpark, Bungalows für zwei ab 67 Euro.

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