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    Zuletzt aktualisiert: 02.11.2011 um 06:31 UhrKommentare

    Istanbul: Tradition und Moderne

    Istanbul boomt wie kaum eine andere Stadt. Die reiche Vergangenheit und die schnelle Gegenwart sind dort nahezu synchron zu erleben. Wer noch nicht dort war, sollte unbedingt hin.

    Hagia Sophia

    Foto © Fotolia / FarawaysHagia Sophia

    Halten wir fest: Istanbul ist groß, sehr groß. Die Einwohnerzahl variiert, je nachdem ob die Außenbezirke dazu gezählt werden, zwischen 12,5 und 15 Millionen. 60 Prozent davon sind unter 30 Jahre alt. Pro Jahr kommen 350.000 neue Einwohner dazu. "Timi", unsere Istanbul-Expertin, verdeutlicht die Größenordnung so: Istanbul ist 150 km lang und 50 km breit. Nicht erst seit dem letzten Jahr, als sich Istanbul als eine von drei europäischen Kulturhauptstädten herausputzte, steht die Stadt im Scheinwerferlicht. Mit zwei verschiedenen Seiten: einmal mit einer außergewöhnlichen Vergangenheit, die sich in reichen Kunstschätzen widerspiegelt. Zweitens als ein Moloch von Lärm, Autos, Abgasen und Menschen. Im Sommer kommt noch die Hitze dazu. Der Umstand, dass sich die Stadt über zwei Kontinente erstreckt, erweckt zusätzliche Neugier. Ob asiatisch oder europäisch, eines ist die Millionenstadt in jedem Fall: chaotisch. Unter anderem ist das auch eine Folge dessen, dass der Bosporus, der das Marmarameer und das Schwarze Meer verbindet, die Stadt trennt. Hunderttausende pendeln deshalb Tag für Tag von Asien nach Europa und umgekehrt. Die meisten mit dem Auto, viele aber auch mit Schiffen und Booten. Die sind zu Dutzenden unterwegs, die Präzision, mit der die Fähren ankommen oder abfahren, regt zum Staunen an.

    Eine Schifffahrt auf dem Bosporus steht auf der To-do-Liste eines Istanbulbesuches ganz oben. Die obligate Tour führt vom "Goldenen Horn", der sieben Kilometer langen Bosporusbucht, an kleinen Dörfern mit wunderschönen Villen und Bungalows vorbei. Dort zu wohnen, kann sich nur die High Society von Istanbul leisten. Da werden für eine Bleibe schon einmal 150.000 Millionen Dollar (!) verlangt - und auch bezahlt. Ein Fingerzeig, dass die Kluft zwischen Arm und Reich in Istanbul immer größer wird.

    Der Weg zurück

    Ein Spaziergang über die Galata-Brücke, eine von zwei über den Bosporus (ein Unterwassertunnel ist in Bau), zählt ebenfalls zum Pflichtprogramm und bringt dem Besucher eines der Hobbys der Istanbuler näher: Hunderte Angler versuchen dort ihr Glück. Fischen sei neben Fußball der Nationalsport der Istanbuler, erzählt "Timi". Die war lange in Deutschland und kam vor etlichen Jahren wieder zurück. Ein Weg, den Türken immer öfter gehen, zumal das Land wirtschaftlich längst in der europäischen Champions-League mitspielt.

    Das Stadtbild von Istanbul wird von Moscheen geprägt, von zwischen 1000 und 2500 ist die Rede. Viele sind es in jedem Fall. Als wir die Blaue Moschee aufsuchen wollen, ruft gerade der Muezzin zum Gebet. "Gott ist groß", übersetzt uns die Reiseführerin, was der Vorbeter lauthals zum Besten gibt. Nichts ist es deshalb mit dem Eintritt, aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. So spazieren wir eben in die nicht weit entfernte Hagia Sophia, eine der ältesten Monumentalkirchen, die seit dem vergangenen Jahrhundert als Museum geführt wird.

    Weg mit den Schuhen heißt es dann, als die Blaue Moschee für Besucher wieder zugänglich ist. Die Zeiten, wo die Moscheen in Istanbul großen Zulauf hatten und der Islam auf Punkt und Beistrich gelebt wurde, sind vorbei. Zum traditionellen Freitagsgebet komme nur noch ein Bruchteil von früher, hören wir.

    Auswirkungen, dass Istanbul moderner und europäischer geworden ist? Für das Stadtbild gilt das auf jeden Fall. Wer viele Frauen im Schleier erwartet, wird enttäuscht. Davon gibt es wahrscheinlich in Wien mehr zu sehen. Es wird enorm viel investiert in Istanbul. Hochhäuser sind entstanden, andere im Bau. Die moslemischen Klischees werden auch in den Stadtteilen Taksim und Nisantasi ad absurdum geführt: Bars, Restaurants, Geschäfte und Boutiquen, die alle bekannten Markenwaren führen, reihen sich aneinander. Wenn es Nacht wird, dann beginnt dort das Leben erst so richtig. Viel europäischer geht nicht mehr. Verständlich, dass Traditionalisten bereits um den (moslemischen) Charakter der Stadt fürchten.

    HEINZ TRASCHITZGER

    Wissenswert

    Städtereisen nach Istanbul sind nicht nur von Wien, sondern auch von fast allen Bundes- länder-Flughäfen möglich.
    Istanbul hat zwei Flughäfen, Linien- und Chartermaschinen landen auf dem Atatürk-Airport;
    Wer auf eigene Faust reist, informiert sich unter www.turkinfo.at oder unter Tel. (01) 512 21 28

    Sehenswert

    Topkapi-Palast: eine Welt aus 1001 Nacht.
    Blaue Moschee: Favoritin unter Gläubigen und Touristen.
    Hagia Sophia: Denkmal der Macht und des Glaubens.
    Lärm, Gerüche.

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